Scalable Capital in Österreich: jetzt steuereinfach - Kosten, Zinsen, Erfahrungen
Große Nachrichten für österreichische Anleger: Scalable Capital ist seit dem 8. Oktober 2026 steuereinfach. Kapitalertragsteuer, Verlustausgleich und Meldung ans Finanzamt übernimmt der Broker – du musst nichts mehr selbst abrechnen. Dazu kommen 0 Euro Depotgebühr, kostenlose ETF-Sparpläne und ein Tagesgeldkonto mit 2,6 % Zinsen.
Der Haken steht gleich im ersten Absatz der Pressemitteilung, nur etwas kleiner: Umgestellt werden zunächst nur Neukunden. Wer bereits ein Scalable-Depot aus der deutschen Version hat, muss noch warten. Wie der Übertrag auf das österreichische Depot läuft, ist offen.
Scalable Capital in Österreich: Was jetzt gilt
Steuereinfach bedeutet in Österreich: Der Broker führt die Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 % auf Kursgewinne, Dividenden und Fondserträge automatisch ab. Du musst die Erträge nicht in der Steuererklärung angeben. Ausländische Broker können das meist nicht, deshalb bleibt bei ihnen der Papierkram an dir hängen: Kapitalmaßnahmen, ausschüttungsgleiche Erträge, Anpassung der Anschaffungskosten.
Für Österreich ist Scalable damit der zweite große Neo-Broker aus Deutschland, der dieses Modell anbietet, nach Trade Republic. Beide treten gegen die klassischen Anbieter wie Flatex, Dadat, Easybank oder die Erste Bank an. In unserem Depotvergleich Österreich landet Scalable aktuell auf Platz 1 – vor Trade Republic. Wie die beiden Neuen sich im Detail unterscheiden, zeigt der direkte Vergleich Scalable Capital gegen Trade Republic.
| Thema | Stand |
|---|---|
| Neukunden | sofort steuereinfach |
| Bestandskunden | noch auf der Warteliste, kein Termin bekannt |
| Produkt | Wertpapierdepot plus Tagesgeld, kein Girokonto, kein Kredit |
| Kosten | fast alles 0 €, Gebühren nur bei Orders und Sonderservices |
Was Bestandskunden jetzt wissen müssen
Wer Scalable schon aus Deutschland nutzt, hat meist ein Depot nach deutschem Steuerrecht. Für diese Kunden gilt die neue Steuereinfach-Regelung noch nicht. Offen sind drei Punkte, zu denen Scalable bisher keine Antworten veröffentlicht hat:
- Depotübertrag: Wie läuft der Wechsel vom deutschen auf das österreichische Depot ab, und kostet er etwas?
- Anschaffungskosten: Werden die steuerlichen Einstandskurse korrekt übernommen? Das entscheidet später über die Höhe der Steuer.
- Meldefristen: Was musst du dem Finanzamt melden, wenn die Umstellung bei einem bestehenden Depot passiert?
Bis das geklärt ist, ändere nichts am bestehenden Depot. Wie ein Übertrag grundsätzlich funktioniert und wo es bei den Anschaffungskosten typischerweise hakt, steht im Ratgeber Depotübertrag.
Konditionen im Überblick
Scalable Capital arbeitet in Österreich als klassischer Low-Cost-Broker: kein Depotpreis, kein Preis für das Verrechnungskonto, keine Ausführungsgebühr im Sparplan. Pro Order hängt es vom Handelsplatz ab.
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Verrechnungskonto | 0 € |
| Order an der EIX (Standard) | 0,99 € |
| Order an gettex oder Xetra | 1,99 € |
| ETF- und Aktien-Sparplan | 0 € Ausführung |
| Ausschüttungs- und Dividendengebühr | keine |
| Devisengebühr | laut Scalable keine |
| Hauptversammlung | 9,99 € plus Fremdkosten |
Zu jeder Order kommen wie bei jedem Broker die Produktkosten des Wertpapiers (bei ETFs die Total Expense Ratio: die jährlichen Fondskosten, die dem ETF-Vermögen entnommen werden. ) und mögliche Spreads. Ob es zusätzlich eine Devisenspanne gibt, hat Scalable noch nicht abschließend beantwortet, bei Fremdwährungen lohnt sich also ein Blick auf die Abrechnung.
Order-Gebühren im Vergleich
Mit 0,99 € an der EIX liegt Scalable praktisch gleichauf mit Trade Republic (1 €). Ob 99 Cent oder 1 Euro, spielt in der Praxis keine Rolle. Deutlich günstiger als bei klassischen Banken ist beides.
Prime Plus: lohnt sich das Abo?
Prime Plus kostet rund 5 € im Monat (4,99 €). Dafür entfällt die Ordergebühr an der EIX ab einem Ordervolumen von 250 €. Außerdem gibt es günstigere Spreads auf Krypto-ETPs, mehr Auswertungen wie Portfolioanalyse und Preisalarme sowie die Möglichkeit, dein Tagesgeld auf mehrere Partnerbanken zu verteilen.
Rechne es einfach durch: 5 € im Monat sind 60 € im Jahr. Bei 0,99 € pro Order brauchst du mehr als 60 Einzelorders ab 250 € im Jahr, damit sich das Abo allein über die Gebühren lohnt. Für reine Sparplan-Anleger, deren Ausführung ohnehin kostenlos ist, rechnet sich Prime Plus meist nicht.
Tagesgeld und Festgeld bei Scalable
Das Tagesgeldkonto bringt aktuell 2,6 % Zinsen pro Jahr. Der Satz ist bis zum 4. November 2026 garantiert, was danach passiert, hat Scalable offen gelassen. Bei dem derzeit sehr umkämpften Zinsumfeld ist eher mit einer Anhebung als einer Senkung zu rechnen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Festgeld soll im November 2026 auch in Österreich starten. In Deutschland liegen die Zinsen aktuell bei etwa 3,0 % für 12 Monate und 3,25 % für 24 Monate. Das ist ordentlich, aber nicht Spitze. Aktuelle Spitzenzinsen findest du im Zinsvergleich der Broker.
Die Steuerfrage beim Tagesgeld
In Österreich ist das Tagesgeld bei Scalable über ein Sammelkonto bei Partnerbanken in Deutschland und Frankreich organisiert. Zinsen daraus werden mit 25 % besteuert. Geldmarktfonds, die der Broker in Deutschland nutzt, würden in Österreich mit 27,5 % laufen und sind steuerlich deutlich komplizierter. Scalable hat auf Nachfrage bestätigt, dass sie diese bis auf Weiteres in Österreich nicht einsetzen.
Was du bei Scalable handeln kannst
Scalable ist ein reiner Wertpapier-Broker mit einem breiten Angebot. Die großen ETFs sind alle dabei.
| Anlageklasse | Verfügbar | Anmerkung |
|---|---|---|
| Aktien | ja | über 8.000 handelbar |
| ETFs | ja | über 3.300, alle im Sparplan |
| ETCs und ETPs | ja | Gold und Krypto nur über Wertpapiere |
| Anleihen | ja, kaum | nur wenige Produkte |
| Fonds | ja | |
| Optionsscheine, Zertifikate | ja | rund 1,8 Mio. Produkte |
| Futures, Optionen | nein | |
| CFDs | nein | |
| Fremdwährungskonten | nein | |
| Direkte Kryptowährungen | nein | nur als ETP |
Die 1,8 Millionen Derivate sind übrigens keine Stärke, sondern ein Geschäftsmodell: Daran verdient der Broker, während Privatanleger damit im Schnitt verlieren. Für einen langfristigen ETF-Plan brauchst du davon nichts.
Handelsplätze
Standard ist die EIX (European Investor Exchange), der hauseigene Handelsplatz von Scalable. Alternativ gibt es gettex und Xetra für 1,99 € pro Order. Die Wiener Börse und US-Börsen wie die NYSE sind nicht handelbar. Wer genau dort kaufen will, braucht einen Zweitbroker.
ETF-Sparplan bei Scalable
Der Sparplan ist die eigentliche Stärke. Ausführung kostet nichts, es stehen rund 3.300 ETFs zur Wahl, und du kannst die Intervalle flexibel einstellen: monatlich, zweimonatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Bezahlt wird per Lastschrift oder vom Verrechnungskonto. Auch eine automatische Anpassung der Sparrate an die Inflation ist möglich.
Beim Einrichten solltest du auf die Produktkosten des ETFs achten, nicht auf die Sparplangebühr. Orientierung gibt dir der Ratgeber ETF-Sparplan und der ETF-Rechner.
Dividenden lassen sich automatisch wieder anlegen. Das ist praktisch, wenn du Ausschüttungen nicht manuell nachkaufen willst. Schweizer Dividendenaktien freuen sich zudem über einen Zusatz: Scalable stellt den Steuer-Voucher für die Rückholung der Quellensteuer automatisch aus und verschickt ihn.
Einzahlung, Support und App
Einzahlung: Per Echtzeitüberweisung geht Geld sofort und kostenlos aufs Verrechnungskonto. Eine Lastschrift ist möglich, kostet aber extra. Praktisch gibt es keinen Grund, sie zu nutzen.
Support: Scalable ist per Telefon, E-Mail und Chat erreichbar und hat ein FAQ. Das ist ein Plus gegenüber Anbietern, die nur über die App erreichbar sind. Wer sich dort aussperrt, hat sonst keinen Weg zum Kundendienst. Die Antwortzeit ist laut Erfahrung dagegen oft lang, bis eine zufriedenstellende Antwort da ist.
App und Weboberfläche: App und Web sehen praktisch gleich aus und sind aufgeräumt. Die Oberfläche ist dunkel gehalten, einen hellen Modus gibt es bisher nicht.
Was bei Scalable fehlt
Wer mehr als ein Depot sucht, wird enttäuscht:
- Kein Girokonto und keine Karte. Scalable ist Depot und Zins, mehr nicht.
- Kein Konsum- und Immobilienkredit. Ein Wertpapierkredit ist in Deutschland verfügbar, für Österreich nur angekündigt.
- Keine Fremdwährungskonten, kein Direktkauf von Krypto oder Gold.
- Noch keine Erfahrungsberichte zu Steuerabrechnung und Support im österreichischen Modell, weil es erst seit Kurzem läuft.
Für wen sich Scalable Capital lohnt
Scalable passt zu dir, wenn du ein reiner Wertpapier-Depot-Nutzer bist: ETF-Sparplan, gelegentliche Einzelkäufe, dazu ein Tagesgeldkonto. Ein steuereinfaches Depot mit 0 € Grundkosten und Telefonsupport ist für Österreich ein starkes Paket – und bei uns im Depotvergleich Österreich aktuell Platz 1.
Wer dagegen Konto, Karte und Cashback aus einer Hand will, schaut besser zu Trade Republic. Beide im Detail zeigt unser Vergleich Scalable Capital oder Trade Republic. Den schnellen Check bietet der Depot-Finder für Österreich.
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