Depot eröffnen: So startest du in fünf Schritten
Inhaltsverzeichnis
Ein Depot ist das Konto für deine Wertpapiere. Dazu kommt ein Verrechnungskonto fürs Geld. Die Eröffnung dauert bei den meisten Brokern zwischen zehn Minuten und zwei Werktagen.
Wenn du noch nicht weißt, was du kaufen willst, lies zuerst ETF für Anfänger. Das Depot kannst du trotzdem schon anlegen.
Was ein Depot ist
Im Depot liegen Aktien und ETFs. Du kannst damit nicht im Supermarkt zahlen. Du kannst Wertpapiere kaufen, halten und verkaufen.
Dazu gehört immer ein Verrechnungskonto. Von dort gehen Käufe ab, dort landen Verkäufe, Dividenden und Zinsen. Ein Sparplan funktioniert nur, wenn an dem Ausführungstag genug Geld auf diesem Konto liegt.
Die fünf Schritte
- Anbieter wählen. Für einen ETF-Sparplan zählen drei Dinge: Ist das Depot kostenlos? Kostet die Sparplan-Ausführung etwas? Ist dein Wunsch-ETF dort kostenfrei besparbar? Ordergebühren für Einzelkäufe sind erst wichtig, wenn du öfter manuell handelst.
- Antrag ausfüllen. Name, Adresse, Steuer-Identifikationsnummer, Referenzkonto. Das Referenzkonto ist das Girokonto, von dem du Geld holst und auf das du Geld zurücküberweist.
- Identität bestätigen. Video-Ident dauert oft zehn Minuten. Post-Ident braucht einen Gang zur Filiale und ein bis zwei Werktage.
- Freistellungsauftrag einrichten. Ohne ihn zieht die Bank ab dem ersten Euro Ertrag Abgeltungsteuer ein, obwohl dir 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei zustehen. Details im Ratgeber Freistellungsauftrag.
- Geld überweisen und Sparplan anlegen. ISIN eingeben, Betrag festlegen, Ausführungstag wählen. Danach erklärt der Ratgeber ETF-Sparplan, was monatlich passiert.
Worauf du bei der Auswahl achtest
Depotgebühr. Null Euro ist der Standard bei Neobrokern. Eine monatliche Gebühr frisst bei kleinen Sparraten spürbar Rendite.
Sparplan-Kosten. Manche Broker führen ETF-Sparpläne kostenlos aus, andere nehmen 1,50 Euro pro Ausführung. Bei 50 Euro Rate sind 1,50 Euro drei Prozent Gebühr, bevor der ETF überhaupt arbeitet.
Angebot. Nicht jeder ETF ist bei jedem Broker als Sparplan verfügbar. Such die ISIN deines Wunsch-ETF, bevor du den Antrag abschickst.
Zinsen auf Guthaben. Das Verrechnungskonto sollte kein Parkplatz für große Beträge sein. Trotzdem ist ein fairer Zinssatz besser als keiner, wenn Geld ein paar Tage liegt.
Was nach der Eröffnung als Erstes kommt
Richte den Freistellungsauftrag ein, bevor der erste Ertrag ankommt. Überweise dann nur so viel, wie der nächste Sparplan braucht, plus einen kleinen Puffer. Den Rest des Notgroschens lässt du auf dem Tagesgeld.
Danach gilt dieselbe Regel wie im ETF-Ratgeber: zwölf Monate nichts umschichten. Das Depot ist da, damit du anfängst.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Depot und Verrechnungskonto?
Im Depot liegen die Wertpapiere, also Aktien und ETF-Anteile. Das Verrechnungskonto ist das zugehörige Geldkonto: Darüber zahlst du ein, darüber werden Käufe bezahlt, und dort landen Dividenden und Verkaufserlöse. Beides gehört zusammen. Ohne Guthaben auf dem Verrechnungskonto kann ein Sparplan nicht ausgeführt werden.
Welche Unterlagen brauche ich zur Depoteröffnung?
Personalausweis oder Reisepass, deine Steuer-Identifikationsnummer und ein Referenzkonto auf deinen Namen, meist dein Girokonto. Manche Broker fragen zusätzlich nach Beruf und Vermögensverhältnissen. Die Identifikation läuft per Video-Ident am Handy oder per Post-Ident in einer Filiale.
Kostet ein Depot etwas?
Viele Neobroker führen das Depot selbst kostenlos. Geld verdienen sie über Ordergebühren, Spreads oder Zinsen auf Guthaben. Klassische Banken verlangen oft eine monatliche Depotgebühr, die sich für einen reinen ETF-Sparplan selten lohnt. Entscheidend ist die Summe aus Depotgebühr, Orderkosten und Sparplan-Gebühr, nicht ein einzelner Posten.
Kann ich mehrere Depots haben?
Ja. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro gilt personenbezogen, nicht pro Depot. Du kannst ihn auf mehrere Banken verteilen, in der Summe aber nicht überschreiten. Mehrere Depots sind sinnvoll, wenn du Konditionen vergleichen oder später Teilverkäufe sauber trennen willst. Für den Start reicht eines.
Was passiert, wenn mein Broker pleitegeht?
Wertpapiere sind Sondervermögen. Sie gehören dir und werden bei einer Insolvenz auf ein anderes Depot übertragen. Bargeld auf dem Verrechnungskonto fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung und ist bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Deshalb solltest du größere Cash-Bestände nicht dauerhaft auf dem Verrechnungskonto parken.