Schwankungen aushalten: Wenn Kurse fallen und der Plan bleibt
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Aktien schwanken. Das ist kein Bug, das ist der Preis für die langfristige Rendite. Wer das vorher versteht, verkauft seltener zum Tiefpunkt.
Wie Rendite und Risiko zusammenhängen, steht ausführlich in Rendite und Zinseszins. Hier geht es um das Aushalten.
Was „normal“ weh tut
Ein Rückgang von 10 Prozent ist an der Börse Alltag. 20 bis 30 Prozent kommen vor und fühlen sich dramatisch an, wenn du jeden Tag aufs Depot schaust. 40 bis 50 Prozent sind die seltenen, schweren Phasen. Sie waren in der Vergangenheit Teil breiter Aktienmärkte und werden wiederkommen.
Dein Depot zeigt dann rote Zahlen. Der Plan ändert sich trotzdem nicht, solange dein Zeithorizont lang genug ist und du das Geld nicht brauchst.
Nach einem Minus von 30 Prozent braucht es rund 43 Prozent Erholung, um wieder bei 100 zu landen. Deshalb tut der Rückweg länger weh als der Absturz.
Warum Panikverkauf teuer ist
Verkaufst du bei minus 30 Prozent, ist der Verlust real. Steigt der Markt danach um 40 Prozent, bist du oft nicht mehr investiert, weil du „auf Sicherheit“ wartest. Viele kaufen erst wieder, wenn die Kurse schon weit oben sind. Dann hast du den Absturz mitgenommen und die Erholung verpasst.
Der Sparplan macht in derselben Phase das Gegenteil: Derselbe Betrag kauft mehr Anteile. Details dazu im Ratgeber ETF-Sparplan.
Praktische Regeln für schlechte Monate
- Depot-App seltener öffnen. Tägliches Nachschauen verstärkt den Impuls.
- Sparplan laufen lassen, solange die Rate sitzt.
- Keine Strategiewechsel mitten im Crash. Ein neuer ETF, weil der alte „nicht funktioniert“, ist meist Timing in Verkleidung.
- Vorher festlegen, bei welchem Drawdown du was tust. Schreiben hilft mehr als Hoffnung.
Wie viel Schwankung du wirklich tragen kannst
Neben der Wunschrendite zählt vor allem: Welches Minus hältst du aus, ohne zu verkaufen? Wer bei minus 25 Prozent verkauft hätte, hat zu viel Aktienanteil oder zu wenig Horizont.
Dann reduzierst du den Aktienanteil in ruhigen Zeiten oder verlängerst den Anlagezeitraum. Mitten im Absturz umschichten ist die teure Variante derselben Erkenntnis.
Was du nicht tun solltest
Nicht den Sparplan stoppen, nur weil die Schlagzeilen rot sind. Nicht den Notgroschen nachschieben, um „den Dip zu kaufen“. Und nicht erwarten, dass ein Welt-ETF nie 30 Prozent verliert.
Kurse fallen. Der Plan bleibt: Reserve voll, Sparrate halten, Horizont in Jahrzehnten messen.
Häufige Fragen
Was ist ein Drawdown?
Der Rückgang vom letzten Höchststand bis zum Tiefpunkt. Fällt dein Depot von 20.000 auf 14.000 Euro, liegt der Drawdown bei 30 Prozent. Später kann der Kurs wieder steigen. Der Drawdown misst die Tiefe des Loches, nicht das endgültige Ergebnis.
Wie oft fallen Märkte um 30 Prozent?
Breite Aktienmärkte haben solche Phasen mehrmals pro Jahrzehnt erlebt. Manchmal dauert die Erholung Monate, manchmal Jahre. Wer einen Horizont von 15 Jahren hat, sollte mindestens einen schweren Rücksetzer einplanen, eher zwei oder drei.
Soll ich verkaufen, wenn alle pessimistisch sind?
Nein, wenn dein Anlageziel noch Jahre entfernt ist und der Notgroschen steht. Verkaufen aus Angst fixiert den Verlust. Sinnvoll verkaufen tust du, wenn sich dein Leben geändert hat: Job weg, Hauskauf in zwei Jahren, Reserve leer. Nicht weil die Schlagzeilen laut sind.
Hilft es, in der Krise nachzukaufen?
Wenn dein Plan das vorsieht und die Reserve voll ist, ja. Der laufende Sparplan macht das automatisch. Extra-Käufe nur mit Geld, das du wirklich entbehren kannst. Nachkaufen mit dem Notgroschen ist der falsche Trade.
Wann ist weniger Aktienanteil besser?
Wenn du den nächsten großen Kauf in unter fünf Jahren planst, oder wenn dich ein Minus von 30 Prozent nachweislich zum Verkauf treiben würde. Dann senkst du den Aktienanteil vorher, nicht mitten im Crash.