ETF-Sparplan: So funktioniert regelmäßiges Investieren

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Ein ETF-Sparplan nimmt dir die Entscheidung ab, ob gerade ein guter Zeitpunkt ist. Du legst Betrag, Wertpapier und Tag fest. Danach kauft der Broker von allein, auch in Monaten, in denen du keine Lust hast, an die Börse zu denken.

Voraussetzung ist ein Depot. Wenn das noch fehlt, steht die Reihenfolge im Ratgeber Depot eröffnen. Welcher ETF in den Kern gehört, erklärt ETF für Anfänger.

Wie ein Sparplan arbeitet

Du beauftragst deinen Broker, an einem festen Tag im Monat für einen festen Betrag Anteile zu kaufen, oft auch Bruchstücke. Steht der ETF bei 100 Euro und du zahlst 50 Euro ein, bekommst du 0,5 Anteile. Steht er bei 80 Euro, bekommst du 0,625.

Das nennt man Cost Averaging: Derselbe Euro kauft bei niedrigen Kursen mehr Anteile. Du musst den Tiefpunkt nicht treffen. Du musst den Plan laufen lassen.

150 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite pro Jahr

Modellrechnung, monatliche Einzahlung zu Monatsbeginn, ohne Steuern und Kosten. Nach 25 Jahren stehen 45.000 Euro Einzahlungen rund 77.000 Euro Wertzuwachs gegenüber.

Welchen Betrag du wählen solltest

Nimm einen Betrag, der auch funktioniert, wenn die Waschmaschine kaputtgeht und das Auto in die Werkstatt muss. Eine Rate, die du nach zwei Monaten wieder senkst, bringt weniger als eine kleinere, die zehn Jahre läuft.

Als Orientierung:

  • Unter 50 Euro: nur bei kostenloser Ausführung. Sonst frisst die Gebühr zu viel.
  • 50 bis 200 Euro: der typische Einstieg. Passt für die meisten Gehälter, wenn der Notgroschen steht.
  • Darüber: sobald das Girokonto jeden Monat einen Rest hat, der sonst liegen bleibt.

Erhöhe die Rate, wenn das Einkommen steigt. Die Marktrendite kannst du nicht steuern, die Rate schon.

Ein ETF reicht als Kern

Ein breiter Welt-ETF als einziger Sparplan reicht. Wer daneben noch drei Themen-ETFs bespart, hält oft dieselben großen US-Werte mehrfach.

Zwei Sparpläne sind vertretbar, wenn der zweite etwas abdeckt, das im ersten fehlt, etwa Schwellenländer zu einem reinen MSCI World. Fünf Sparpläne sind fast immer zu viel.

Die Fehler, die den Sparplan kaputtmachen

Pausieren, weil die Kurse fallen. Dann kaufst du nur in teuren Phasen.

Jeden Monat den ETF wechseln. Du zahlst Spreads, verlierst den Durchschnitt und vergleichst hinterher Äpfel mit Birnen.

Keine Reserve. Ohne Notgroschen musst du Anteile verkaufen, wenn das Leben teuer wird. Drei bis sechs Monatsausgaben gehören aufs Tagesgeld, bevor der Sparplan startet.

Gebühren ignorieren. 1,50 Euro pro Monat klingen nach wenig und sind bei kleiner Rate ein fester Renditeabzug. Der Ratgeber ETF-Kosten rechnet das aus.

Wenn der Sparplan einmal läuft, ist der nächste sinnvolle Blick erst in zwölf Monaten: Rate anpassen, Rest nicht anfassen.

Häufige Fragen

Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF-Sparplan?

Technisch oft schon ab 1 Euro. Sinnvoll wird er, sobald die Gebühr klein bleibt im Vergleich zur Rate. Bei einem kostenlosen Sparplan sind 25 Euro im Monat ein guter Start. Bei 1,50 Euro Ausführungsgebühr solltest du eher 100 Euro anpeilen oder den Broker wechseln. Die Rate kannst du später erhöhen.

Was ist Cost Averaging?

Cost Averaging bedeutet, dass du mit einem festen Betrag mal mehr und mal weniger Anteile bekommst, je nachdem wo der Kurs steht. Über viele Monate kaufst du so zu einem Durchschnittspreis. Das schützt davor, alles auf einmal zum Höchstkurs zu kaufen und danach monatelang zu zweifeln.

Soll ich pausieren, wenn die Kurse fallen?

Nein. Gerade dann kauft derselbe Betrag mehr Anteile. Wer den Sparplan in der Krise stoppt, kauft systematisch nur teuer und lässt die günstigen Monate aus. Pausieren ist sinnvoll, wenn dein Notgroschen leer ist oder du die Rate wirklich nicht mehr tragen kannst. Nicht, weil der Markt nervös ist.

Einmalanlage oder Sparplan, was ist besser?

Rein rechnerisch liegt die sofortige Einmalanlage im Schnitt vorn, weil das Geld länger investiert ist. Wer schlecht schläft, wenn das Depot direkt 20 Prozent im Minus steht, verteilt den Betrag besser über sechs bis zwölf Monate. Eine Strategie, die du durchhältst, schlägt eine, die nur auf dem Papier optimal ist.

Kann ich den Sparplan jederzeit ändern?

Ja. Betrag, ETF und Ausführungstag lassen sich bei den meisten Brokern ohne Strafe anpassen oder pausieren. Sinnvoll ist eine Änderung, wenn sich dein Einkommen ändert. Unnötig ist sie, weil ein Index letzte Woche stärker war als ein anderer.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Alle Angaben, Renditen und Beispielrechnungen sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch ändern. Eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir nicht. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.

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