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Covered-Call-ETF vs. Cash-Secured-Put: Was wirklich dahinter steckt

Ein Notizbuch mit Optionsgriechen neben einem ETF-Factsheet auf einem Schreibtisch

Covered-Call-ETF, Buy-Write und Cash-Secured-Put-ETF werden oft in einen Topf geworfen. Tatsächlich stehen dahinter zwei Strategietypen, die Prämien einsammeln, aber das Marktexposure unterschiedlich steuern.

Der Kern: Covered Call kombiniert eine Aktien-Long-Position mit verkauften Calls. Cash-Secured Put hält Kasse beziehungsweise kurzlaufende Staatsanleihen als Sicherheit und verkauft Puts auf den Index. Das führt zu anderen Ausschüttungen, anderer Glättung und anderen Grenzen beim Aufwärtspotenzial.

Der Haken für die Depotplanung: Diese Strategien verschieben Ertrag in Form von Prämien nach vorn. Sie ersetzen keinen Aktienaufschwung. Wer sie nutzt, sollte wissen, wofür.

11,77 %BXM p.a. 1988-2006Rendite laut Callan
11,67 %S&P 500 p.a. 1988-2006zum Vergleich
9,29 %Volatilität BXMStandardabweichung
13,89 %Volatilität S&P 500Standardabweichung

Buy-Write und Covered Call meinen dasselbe

Operativ ist das identisch: Eine Long-Position im Index oder in Aktien wird mit dem Verkauf von Calls kombiniert. Typisch sind monatliche Optionen, häufig nahe am aktuellen Kursniveau Strike nah am aktuellen Kurs; das Optionsrecht ist sofort wertig, wenn sich der Basiswert leicht bewegt.. Buy-Write bezeichnet den Gesamtvorgang, Covered Call beschreibt die Position nach dem Verkauf.

Wichtig für dich: Diese Konstruktion kassiert Prämien und begrenzt gleichzeitig die Teilnahme an Kursgewinnen oberhalb des Strike. Die Long-Seite bleibt, die Spitze nach oben ist gekappt.

Cash-Secured Put: Prämien gegen Kasse, kein direkter Aktien-Long

Bei Cash-Secured-Put-ETFs liegt das Sicherungskapital typischerweise in sehr kurzen Staatsanleihen, etwa 1-3 Monate Laufzeit. Verkauft werden Puts auf den Zielindex, die Cash-Position deckt die potenzielle Andienung ab.

Das Ertragsprofil kommt aus zwei Quellen: Optionsprämien plus Zinsen auf die Bills. Steigen Aktien stark, partizipiert die Strategie nicht direkt wie ein Long-ETF. Sie verdient in erster Linie die vereinnahmten Prämien, solange keine Andienung ausgelöst wird.

Warum die Renditereihe glatter aussieht

Historisch zeigt das Buy-Write-Konzept eine geringere Schwankungsbreite als der reine Index. Eine oft zitierte Auswertung zum S&P-500-Buy-Write-Index weist für 1988 bis 2006 eine annualisierte Rendite von 11,77 % aus, der S&P 500 lag im selben Zeitraum bei 11,67 %. Entscheidender ist die geringere Streuung: 9,29 % Standardabweichung beim Buy-Write-Index gegenüber 13,89 % im S&P 500.

Die Einordnung dahinter: Prämien glätten, weil sie Verluste in Seitwärts- und leichten Abwärtsphasen abfedern. Dafür bleiben in starken Aufwärtsschüben Erträge auf dem Tisch, da Calls die Spitze begrenzen. Entsprechend würde ich sie nicht für den langfristigen Vermögens-Aufbau über 30, 40 oder 50 Jahre nutzen.

Wann welche Strategie punktet

  • Deutlich steigender Markt: Klassischer Aktien-ETF liegt vorn. Covered Call hinkt, weil Calls oberhalb des Strike begrenzen. Cash-Secured Put sammelt Prämien, nimmt die Rallye aber nur indirekt über sinkende implizite Volatilität mit.
  • Seitwärts oder leicht negativ bei erhöhter Volatilität: Beide Strategien spielen ihre Stärke aus. Prämien puffern. Covered Call hält durch die Aktienlong-Seite meist mehr Beta, Cash-Secured Put bleibt nüchterner am Prämienpfad.
  • Starker Abverkauf: Beide Strategien verlieren. Prämien lindern, ersetzen aber keinen echten Hedge.

Auswahl in Europa: was UCITS-Produkte bieten

Die Angebotspalette wächst, bleibt aber fokussiert. Häufig sind Covered-Call-ETFs auf große US-Indizes wie S&P 500 und NASDAQ 100, teilweise mit monatlichen Ausschüttungen. Es existieren Varianten auf europäische Indizes sowie aktiv gemanagte, global anlegende Strategien. Die laufenden Kosten liegen über Standard-Index-ETFs, weil Optionsmanagement Aufwand bedeutet.

Bei Cash-Secured-Put-Ansätzen ist die UCITS-Auswahl kleiner. Hier dominieren Produkte, die Puts auf breite Indizes wie EURO STOXX 50 verkaufen und das Kollateral im sehr kurzfristigen Anleihebereich halten. Das Profil ist prämiengetrieben mit gedämpfterem Marktbeta.

Strategie Wie umgesetzt Warum es zählt
Covered Call / Buy-Write Long Aktien/Index plus verkaufte Calls Prämien glätten, Spitze im Aufschwung fehlt
Cash-Secured Put Kurzlaufende Staatsanleihen plus verkaufte Puts Prämien ohne Aktien-Long, nüchternes Beta
Benchmarks (BXM/PUT) Monatliche, nahe am Geld liegende Optionen Setzt den Rahmen für Ertrag und Risiko
Covered Call vs. Cash-Secured Put - was konstruktiv zählt

Ausschüttungen sind kein Geschenk

Hohe laufende Zahlungen wirken attraktiv. Sie sind die Umwandlung von möglicher Kurschance in vereinnahmte Prämien. Das ist weder gut noch schlecht, es ist ein anderes Ertragsprofil. Wer regelmäßige Auszahlungen plant, kann den Dividendenrechner nutzen, um die Wirkung im eigenen Cashflow zu prüfen. Ebenfalls haben wir vorgestern ein Video auf unserem Youtube Kanal gepostet.

Kosten sind der zweite Hebel: Optionsstrategie-ETFs verlangen meist mehr als klassische Indexfonds. Ohne Zahlenakrobatik heißt das schlicht, dass die Nettorendite sensibler auf Gebühren reagiert. Das gehört in die Auswahlentscheidung genauso wie die Frage, ob du Aktien-Exposure im Kern willst oder eine prämiengetriebene Beimischung.

Was das für dich heißt

  • Kern bleibt der breite, kostengünstige Aktien-ETF. Die Optionsstrategie ist eine Beimischung für Cashflow und Glättung, insbesondere in der Entnahmephase.
  • Willst du explizit Aktien-Exposure und monatliche Prämien obendrauf, passt ein Covered-Call-ETF besser.
  • Suchst du primär die Volatilitätsprämie ohne vollen Aktien-Long, ist der Cash-Secured-Put-Ansatz näher an deinem Ziel.

Wie du solche Bausteine kombinierst, hängt an Risikotoleranz und Planungshorizont. Beim Aushalten von Seitwärts- und Drawdown-Phasen hilft der Blick auf die eigene Komfortzone - der Ratgeber Schwankungen aushalten gibt dir dafür ein Raster.

Was als Nächstes zählt

Zwei Dinge entscheiden über den kurzfristigen Erfolg dieser ETFs: die implizite Volatilität und die Marktrichtung zum Optionsablauf. Für die Depotentscheidung zählt aber, ob du das geänderte Ertragsprofil im Plan haben willst. Das ist messbar, wenn du Szenarien über mehrere Jahre durchspielst.

Weitere Tools: ETF-Rechner · Zinseszinsrechner

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Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Alle Angaben, Renditen und Beispielrechnungen sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch ändern – eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit können wir nicht übernehmen. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Aktien4future bietet keine Anlageberatung.

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