Scalable nennt erste Preise für´s Altersvorsorgedepot!

Scalable Capital setzt den ersten Preisanker für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027. Geplant sind 0 € für Depot, Sparpläne und einzelne Trades im Standardangebot.
Damit rückt ein Kernpunkt in den Fokus: die laufenden ETF-Kosten. Die sollen im Standard bei höchstens 0,15 % pro Jahr liegen, im ersten Jahr sogar bei 0 %.
Der Haken: Es ist eine Ankündigung. Die Konditionen sind noch nicht fest, Details können sich bis zum Start am 1. Januar 2027 auch noch ändern.
Warum die Ankündigung zählt
Bislang gab es grobe Erwartungen, aber kaum konkrete Konditionen. Scalable liefert als erster Anbieter Zahlen und das bringt einen gewissen first mover Vorteil. Fällt der Preis zu niedrig aus, rückt der Wettbewerb über Auswahl, Bedienung und Service in den Vordergrund. Fällt er zu hoch aus, können Konkurrenten sie unterbieten.
Für dich zählt das besonders, weil kleine Prozentpunkte über Jahrzehnte große Wirkung haben. Eine Kostenobergrenze von 0,15 % p. a. im Produktkern ist weit unter der gesetzlichen Obergrenze für das Standardprodukt von 1 % p. a. und dieser Abstand entscheidet langfristig mit über die Nettorendite.
So sieht das Preisbild aus
Geplant ist ein zweistufiges Modell. Im Standarddepot kuratiert Scalable die ETF-Auswahl und verlangt laut Ankündigung keine Depot-, Sparplan- oder Transaktionsgebühren. Die laufenden ETF-Kosten sollen auf max. 0,15 % pro Jahr begrenzt werden; im ersten Jahr sind 0 % genannt.
Daneben soll es eine flexible Variante geben, in der du die ETFs selbst auswählst. Die kostenlose Depotführung und gebührenfreie Sparpläne sind auch dort vorgesehen. Für zusätzliche Einzelkäufe und -verkäufe würden dann die bekannten Scalable-Tarife gelten, im FREE-Modell waren bislang 0,99 € je Order üblich, im PRIME+-Modell entfallen zusätzliche Ordergebühren.
Scalable plant zudem, auf eine Sichert zu, dass mindestens die eingezahlten Beiträge zu einem Stichtag garantiert sind; sie kostet in der Regel Rendite, weil hohe Anleihequoten nötig sind. zu verzichten. Das erhöht die Marktrisiken, lässt aber grundsätzlich mehr Geld im Markt arbeiten.
| Punkt | Wert | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Depot, Sparpläne, Trades (Standard) | 0 € | Gebührenfreiheit ist der direkte Kostenvorteil |
| Laufende ETF-Kosten (Standard) | max. 0,15 % p. a. | Geringer Abzug über die gesamte Laufzeit |
| ETF-Kosten im ersten Jahr | 0 % | Einmalige Entlastung zum Start |
| Start frühestens | 01.01.2027 | Erst dann darf das Produkt angeboten werden |
| Gesetzliche Obergrenze Standardprod. | 1 % p. a. | Vergleichsmaßstab für Effektivkosten |
Standardauswahl oder selbst wählen: was das im Alltag ändert
Im Standarddepot gibst du einen Teil der Auswahl an Scalable ab. Der Preis ist der Hebel: 0 € für die Ausführung, niedrige Fondsgebühren. Das ist für einfache, breit gestreute Sparpläne attraktiv, weil der Aufwand gering ist und der Kostenteil planbar bleibt.
Wer selbst auswählt, gewinnt Freiheit und Produktvielfalt. Dafür hängen die ETF-Kosten vom gewählten Produkt ab, und Einzelorders können, je nach Tarif, 0,99 € kosten oder in PRIME+ inklusive sein. Für dich heißt das: Wenn du regelmäßig umschichtest oder Spezial-ETFs nutzt, musst du die Gesamtkosten deines Verhaltens gegenrechnen. Wer schlicht per Sparplan investiert, profitiert stärker vom Standardmodell.
Der eigentliche Hebel sind die laufenden Kosten
Einmalige Gebühren tun kurz weh, die laufenden Kosten nagen jedes Jahr. Deshalb ist die Spanne zwischen 0,15 % und 1 % p. a. so relevant. Sie entscheidet nicht über Tage, sondern über Jahrzehnte Kapitalaufbau.
Du musst dafür kein Rechenblatt öffnen: Es reicht, die Logik mitzunehmen. Je niedriger der prozentuale Abzug, desto mehr vom Marktertrag bleibt nach 10, 20, 30 Jahren bei dir. Der geplante Verzicht auf eine Beitragsgarantie verstärkt den Effekt, mit mehr Renditechance, aber auch mehr Schwankungen unterwegs. Wie sich Sparraten und Laufzeiten auswirken, kannst du mit unserem ETF-Rechner schnell durchspielen.
Wettbewerb und offene Punkte
Das Preisschild ist ein Signal, kein bindender Vertrag. Final werden Konditionen erst, wenn das Produkt zertifiziert ist und das Preis- und Leistungsverzeichnis steht. Bis dahin können Auswahl, Gebühren und Details der beiden Varianten angepasst werden.
Spannend wird dann der Marktvergleich mit Anbietern wie Trade Republic, Smartbroker+, Trading 212 und co. Anbieter mit starker Marke oder Filialnetz könnten Service betonen, etwa Beratung oder automatische Umschichtungen. Digitale Broker werden über die niedrigen Gebühren gehen. Für das Standardprodukt gilt außerdem die gesetzliche Obergrenze bei den Gesamtkostenkennziffer eines Altersvorsorgeprodukts pro Jahr; umfasst Produkt-, ggf. Verwaltungs- und weitere Kosten., die als Referenz dienen dürfte.
Was das für dich heißt
- Planst du einen einfachen, langfristigen ETF-Sparplan, spricht die Kombination aus 0 € Ausführung und max. 0,15 % laufenden Kosten im Standard für niedrige Reibung.
- Willst du aktiv ETFs wählen oder öfter Einmalbeträge bewegen, schau dir die Tariflogik an: FREE mit 0,99 € pro Order ist für seltene Trades okay, PRIME+ lohnt nur, wenn du wirklich häufig handelst.
- Ohne Beitragsgarantie trägst du die vollen Marktschwankungen. Das passt, wenn du lange Laufzeiten hast und Kurstiefs aushältst. Unser Ratgeber zu ETF-Sparplänen erklärt, wie Sparraten und Volatilität zusammenwirken.
Was als Nächstes zählt
- Weitere Anbieter werden in den kommenden Monaten Preise und ETF-Auswahlen vorstellen. Erst dann ist der Vergleich vollständig.
- Die Zertifizierung klärt, was vom Plan übrig bleibt, inklusive der Frage, wie exakt „max. 0,15 %“ im Standard umgesetzt wird und ob das erste Jahr tatsächlich bei 0 % liegt.
- Ab dem 1. Januar 2027 kann das Altersvorsorgedepot starten. Bis dahin lohnt es sich, die eigenen Sparziele zu prüfen und grob zu simulieren, was niedrige laufende Kosten über lange Zeiträume bedeuten, z. B. mit dem ETF-Rechner und dem Tool Wann in die Rente.
Weitere Tools: ETF-Rechner · Wann in die Rente · ETF-Sparplan: Grundlagen