Worum es geht
Die Wahl des Brokers wirkt wie eine Weichenstellung, ist aber vor allem eine Kostenfrage. Dein Geld bleibt dasselbe, ob es bei Anbieter A oder B liegt. Was sich unterscheidet, sind Gebühren, Sparplan-Konditionen und wie gut du dich im Alltag zurechtfindest.
Deshalb gehen wir in vier Schritten vor: erst verstehen, welche Kosten es gibt, dann Anbieter vergleichen, dann in Ruhe eröffnen und am Ende wissen, wie ein Wechsel ohne Steuern und Verkäufe funktioniert. So triffst du die Entscheidung einmal sauber und musst sie nicht ständig überdenken.
Für wen: Für alle, die ein erstes Depot suchen, ihren Broker wechseln wollen oder wissen möchten, worauf es bei Gebühren und Konditionen wirklich ankommt.
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Ein Depot ist nur ein Konto für Wertpapiere
Ein Depot ist das Konto, auf dem deine Wertpapiere liegen. Du kaufst und verkaufst über einen Broker, dein Geld bleibt dabei auf einem Verrechnungskonto. Das Depot selbst ist ein Tresor, kein Anlageprodukt: Die Rendite kommt aus dem, was darin liegt, nicht aus dem Anbieter.
Wichtig ist, was bei einer Pleite des Anbieters passiert. Deine Wertpapiere sind ein Sondervermögen und gehören auch dann dir. Nur das Geld auf dem Verrechnungskonto ist bei Instituten in der EU bis 100.000 Euro pro Kunde durch die Einlagensicherung geschützt.
Welche Kosten es gibt
Drei Kostenarten triffst du immer: die Depotgebühr (bei Online-Brokern oft null Euro), die Gebühr pro Kauf oder Sparplan-Ausführung und den Spread, also den Abstand zwischen An- und Verkaufskurs. Dazu kommen beim ETF selbst die laufenden Kosten (TER). Rechne mit deinen Werten durch, was dein Broker dich im Jahr kostet:
Was kostet dich dein Broker im Jahr?
Vergleiche zwei Angebote mit deinem echten Sparplan. Ausführungsgebühren treffen kleine Raten am härtesten.
Broker A ist pro Jahr günstiger um36 €
- Kosten in 20 Jahren, Broker A
- 0 €
- Kosten in 20 Jahren, Broker B
- 720 €
- Anteil an deiner Sparrate, Broker A / B
- 0 % / 2 %
- Eine Ausführung ist im Schnitt
- 75 €
Bei dieser Rate frisst das teurere Angebot 2 % deiner Einzahlung, jedes Jahr. Dagegen kommt keine Rendite an. Bündle Sparpläne oder wähle ein günstigeres Angebot.
Rechenbeispiel mit frei wählbaren Gebühren. Echte Angebote findest du im Depot-Vergleich.
Genauer rechnen: Ratgeber Depot eröffnen
Kleine Raten sind besonders empfindlich. Bei 1,50 Euro Gebühr pro Ausführung kostet ein 25-Euro-Sparplan sechs Prozent der Rate, ein 200-Euro-Sparplan nur 0,75 Prozent. Wer wenig spart, sollte deshalb vor allem auf kostenlose Sparpläne achten.
Tipp: Schau auf die Gesamtkosten. Die Schlagzeile „0 Euro Depotgebühr“ sagt wenig. Entscheidend ist, was dein Sparplan und dein ETF im Jahr kosten.
Kurz-Check Du sparst 25 € im Monat in einen ETF. Der Broker verlangt 1,50 € pro Sparplan-Ausführung. Wie viel Prozent deiner Rate sind das?
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Den passenden Anbieter finden
Es gibt keinen Broker, der für alle der beste ist. Es kommt darauf an, was du tust: einen ETF-Sparplan, gelegentliche Einzelkäufe oder beides. Ein Anbieter, der für Sparplan-Anleger glänzt, kann für Vieltrader teuer sein und umgekehrt.
Du musst deshalb nicht alle Anbieter selbst durchgehen. Beantworte hier sechs kurze Fragen zu deinem Stil und deinen Prioritäten. Aus unserem Vergleich siehst du sofort, welche Broker am besten zu dir passen, und das Ranking aller Anbieter gibt es dazu.
Das Ergebnis prüfen
Das Ergebnis ist ein Vorschlag, keine Entscheidung. Schau dir deine Favoriten noch einmal genauer an und achte vor allem darauf, ob dein ETF kostenlos besparbar ist, wie hoch die Ausführungsgebühren sind, wie gut die App im Alltag funktioniert und ob der Anbieter die Steuer automatisch für dich abführt.
Bei Anbietern im Ausland musst du Erträge selbst in der Steuererklärung angeben. Wer das nicht will, wählt einen Broker, der die Steuer für dich abführt. Alle Anbieter mit Kosten, Sparplänen und Konditionen nebeneinander findest du im großen Vergleich:
Zinsen auf Guthaben sind ein Bonus, aber selten das Hauptkriterium. Wer sein Geld ohnehin investiert, hat kaum etwas auf dem Verrechnungskonto. Ein Angebot, das mit Zinsen lockt und beim Sparplan teuer ist, rechnet sich meist nicht. Wohnst du in Österreich, gelten andere Steuerregeln, und dafür gibt es einen eigenen Vergleich:
Gut zu wissen: Steuereinfach ist der Maßstab. In Österreich zählt vor allem, ob der Broker die Kapitalertragsteuer automatisch abführt. Der Vergleich zeigt dir die steuereinfachen Anbieter.
Kurz-Check Welches Kriterium zählt für einen Sparplan-Anleger am meisten?
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Eröffnen in 15 Minuten
Die Eröffnung läuft komplett online. Du gibst persönliche Daten, Steuer-ID und Girokonto an, beantwortest ein paar Fragen zu deinen Erfahrungen und bestätigst deine Identität per Video-Ident oder Postident. Danach schaltet der Broker das Depot meist innerhalb von ein bis zwei Tagen frei.
Was du bereithalten solltest
Du brauchst deinen Ausweis, die Steuer-Identifikationsnummer und die IBAN deines Referenzkontos. Mit der Steuer-ID führt der Broker die Steuer korrekt für dich ab, und du kannst gleich den Freistellungsauftrag einrichten. Wie du den Freibetrag auf mehrere Konten verteilst, kannst du hier ausprobieren:
Freistellungsauftrag verteilen
Du hast mehrere Banken? Verteile den Pauschbetrag und achte darauf, ihn nicht zu überschreiten.
Noch frei0 €
- Verteilt
- 1.000 €
- Steuerersparnis bei voller Nutzung
- 264 €
Perfekt ausgeschöpft.
Genauer rechnen: Ratgeber Freistellungsauftrag
Der Freistellungsauftrag gehört direkt an den Anfang. Ohne ihn zieht der Broker ab dem ersten Euro Steuern ab, und du musst sie dir später zurückholen.
Nach der Freischaltung überweist du Geld auf das Verrechnungskonto und richtest den Sparplan ein: ETF auswählen, Betrag und Ausführungstag festlegen, bestätigen. Das war der schwierige Teil.
Tipp: Klein anfangen. Starte mit einer Rate, die du bequem durchhältst, und erhöhe sie, sobald alles läuft. Eine Änderung ist beim Sparplan jederzeit möglich.
Kurz-Check Du hast gerade ein Depot eröffnet. Was richtest du als Erstes ein?
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Wechseln, ohne zu verkaufen
Irgendwann passt der Broker nicht mehr: Die Konditionen haben sich geändert, es gibt ein besseres Angebot, oder du willst alles bündeln. Der Wechsel ist einfacher, als viele denken, wenn du ihn richtig machst.
Das Zauberwort heißt Depotübertrag. Der neue Broker holt deine Wertpapiere beim alten ab. Dabei wird nichts verkauft, es fallen keine Steuern an, und die Anschaffungskosten ziehen mit um. Viele Anbieter erstatten die Übertragsgebühren oder bieten den Übertrag kostenlos an.
Wann sich ein Wechsel lohnt
Rechne die Ersparnis pro Jahr gegen einmalige Kosten und deinen Aufwand. Spart dir der neue Anbieter zehn Euro im Jahr, lohnt sich der Aufwand kaum. Sind es hundert, ist die Entscheidung klar. Rechne dabei ehrlich: Gebühren für den Übertrag, Wartezeit und ein neuer Sparplan. Probier es mit deinen Zahlen aus:
Lohnt sich der Wechsel?
Stelle die Ersparnis pro Jahr den einmaligen Kosten gegenüber.
Der Wechsel hat sich bezahlt gemacht nach3 Monate
Ersparnis insgesamt 300 €Einmalige Kosten 15 €Jahre nach dem Wechsel
- Bilanz nach 5 Jahren
- 285 €
- Ersparnis pro Monat
- 5 €
Der Wechsel rechnet sich schnell. Plane ihn, wenn du den Aufwand nicht scheust.
Dort, wo die Ersparnis die gestrichelte Linie kreuzt, hat sich der Wechsel bezahlt gemacht.
Genauer rechnen: Zum ETF-Wechselrechner
Wenn du den Wechsel konkret planst, rechnet dir der ETF-Wechselrechner genau aus, was der Umzug deines Depots kostet und wann er sich bezahlt macht.
Tipp: Auch für die Kinder denken. Für Kinder gibt es Depots mit eigenem Sparerpauschbetrag. Wer ohnehin wechselt, kann das gleich mitbedenken.
Kurz-Check Du willst den Broker wechseln. Was ist der beste Weg?
Das bleibt hängen
- 6 % deiner Rate frisst eine Gebühr von 1,50 € bei einem Sparplan über 25 € bei 200 € Sparrate sind es nur 0,75 %
- 0 € Depotgebühr bei vielen Online-Brokern die Kosten entstehen oft bei Ausführung und Spread
- 100.000 € Einlagensicherung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto je Kunde und Bank, bei Instituten in der EU
- 1 bis 2 Tage dauert die Eröffnung meist mit Video-Ident oder Postident, komplett online
Glossar
Die wichtigsten Begriffe
- Depot
- Das Konto, auf dem deine Wertpapiere liegen. Es verwaltet Bestände, nicht dein Geld.
- Depotübertrag
- Der Umzug deiner Wertpapiere zu einem anderen Anbieter, ohne Verkauf und meist steuerneutral.
- Freistellungsauftrag
- Die Anweisung an deine Bank, Erträge bis zum Sparerpauschbetrag nicht zu versteuern.
- Orderentgelt
- Die Gebühr für einen Kauf oder Verkauf. Bei Sparplänen heißt sie oft Ausführungsgebühr und fällt pro Ausführung an.
- Sondervermögen
- Deine Wertpapiere gehören rechtlich nicht dem Broker und bleiben bei seiner Insolvenz geschützt.
- Spread
- Der Abstand zwischen An- und Verkaufskurs. Er ist ein versteckter Kostenfaktor, der vom Handelsplatz abhängt.
- Verrechnungskonto
- Das Geldkonto zum Depot. Darüber laufen Einzahlungen, Käufe, Dividenden und Verkaufserlöse.
- Video-Ident
- Eine Identitätsprüfung per Videoanruf, mit der du dein Depot direkt von zu Hause freischaltest.
Stand: 1. Oktober 2026 · Redaktion Aktien4future
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