Warum ich meinen Tech-ETF-Sparplan gestoppt habe

Manchmal bedeutet langfristiges Investieren auch, eine Entscheidung neu zu bewerten.
Über mehrere Jahre habe ich monatlich den S&P 500 Information Technology ETF bespart. Rückblickend war das alles andere als eine schlechte Entscheidung: Meine Position liegt aktuell bei rund 10.500 € und deutlich im Plus.
Trotzdem habe ich meinen Sparplan bereits 2024 gestoppt.
Der Blick ins Innere war entscheidend
Der ETF investiert in 78 Unternehmen aus dem US-Technologiesektor. Schaut man sich die größten Positionen an, fällt schnell auf, wie stark einige wenige Unternehmen das Ergebnis beeinflussen.
Zu den Schwergewichten gehören unter anderem NVIDIA, Apple, Microsoft, Broadcom und Micron Technology. Allein NVIDIA macht aktuell rund 19 % des ETFs aus.
- NVIDIA19,0 %
- Apple20,3 %
- Microsoft12,5 %
- Broadcom7,5 %
- Micron Technology4,1 %
- Weitere 73 Unternehmen36,6 %
Gewichtung der größten Positionen im iShares S&P 500 Information Technology Sector UCITS ETF (IUIT), Stand August 2026. Quelle: Fondsanbieter und Marktdaten.
Die Top-10-Positionen kommen zusammen auf rund 76 % des Fonds. Der ETF heißt zwar „78 Unternehmen“, aber die Streuung ist in der Praxis deutlich konzentrierter, als die Zahl vermuten lässt.
Und genau hier lag für mich der entscheidende Punkt.
Meine größten Aktien waren gleichzeitig die größten ETF-Positionen
NVIDIA, Apple und Microsoft gehören ohnehin zu meinen größten Einzelaktien im Depot.
Mit jeder weiteren Sparrate in den ETF hätte ich indirekt immer mehr Geld genau in diese Unternehmen investiert. Ich hätte also beispielsweise nicht nur direkt NVIDIA-Aktien gehalten, sondern zusätzlich über den ETF eine erhebliche NVIDIA-Gewichtung aufgebaut.
Das Gleiche gilt für Apple und Microsoft. Microsoft habe ich beispielsweise auch nach dem Stopp des ETF-Sparplans als Einzelaktie weiter aufgestockt.
Der ETF sorgte damit in meinem persönlichen Depot nicht unbedingt für die zusätzliche Risikostreuung über verschiedene Unternehmen, Branchen oder Regionen, nicht nur die Anzahl der Positionen., die ich mir von einem ETF wünsche. Stattdessen erhöhte er teilweise die Konzentration auf Unternehmen, bei denen ich ohnehin bereits stark investiert war.
Deshalb habe ich 2024 aufgehört zu besparen
Meine Konsequenz war relativ simpel:
- Den ETF nicht verkauft, sondern lediglich den monatlichen Sparplan gestoppt.
- Die bestehende Position weiterlaufen lassen.
Für mich ist das ein wichtiger Unterschied. Nur weil ich heute kein zusätzliches Geld mehr in eine Position investiere, bedeutet das nicht automatisch, dass ich von ihr nicht mehr überzeugt bin.
Der ETF hat sich für mich bisher sehr gut entwickelt. Meine persönliche Depotstruktur hat sich über die Jahre allerdings verändert, und damit auch die Frage, wohin neues Kapital fließen soll.
Mein Fazit
Ich bereue den Kauf des ETFs nicht. Ganz im Gegenteil: Die Entwicklung meiner Position zeigt, dass der Einstieg rückblickend sehr erfolgreich war.
Trotzdem habe ich mich 2024 bewusst gegen weitere Sparraten entschieden, weil ich meine größten Tech-Unternehmen ohnehin direkt im Depot halte. Die Position bleibt bestehen. Neues Kapital möchte ich aber nicht automatisch immer stärker in dieselben Unternehmen lenken.
Denn Diversifikation bedeutet für mich nicht, möglichst viele Positionen im Depot zu haben. Entscheidend ist, was tatsächlich dahintersteckt.
Wie würdet ihr entscheiden?
ETF weiter besparen, oder den Sparplan stoppen, wenn die größten Unternehmen ohnehin schon eure größten Einzelaktien sind?
Stimme mit ab: tippe auf deine Antwort und sieh direkt, wie andere entschieden haben.
Stimme konnte nicht gespeichert werden. Nochmal versuchen?


