Novo Nordisk erhöht Prognose erneut: Anleger trotzdem enttäuscht

Novo Nordisk hat die Jahresprognose erneut angehoben. Grund ist der starke Start der oralen Wegovy-Pille. An der Börse kam das trotzdem schlecht an: Investoren hatten sich mehr erhofft, der Kurs gab deutlich nach.
Vorab hatte ich die drei Prüfpunkte vor den Zahlen hier eingeordnet: Novo Nordisk Aktie vor den Quartalszahlen.
Was Novo jetzt erwartet
Beim um Währungseffekte bereinigten Umsatz rechnet der Konzern für 2026 maximal mit einem Rückgang um 6 Prozent, im besten Fall mit Stagnation. Zuletzt lag die Bandbreite noch bei bis zu -12 Prozent, Anfang des Jahres sogar bei bis zu -13 Prozent. Auch beim operativen Gewinn geht CEO Maziar Mike Doustdar nur noch von einem Rückgang von maximal 6 Prozent aus.
Q2 stärker als erwartet
Im zweiten Quartal stieg der bereinigte Umsatz um 6 Prozent auf 78,5 Mrd. DKK (rund 10,5 Mrd. Euro). Ohne den starken Kronen-Effekt wären es sogar 7 Prozent gewesen. Der bereinigte operative Gewinn legte um 8 Prozent auf 33,4 Mrd. DKK zu. Beide Werte lagen über den Expertenschätzungen.
Warum der Markt trotzdem verkauft
Die bessere Prognose und die soliden Quartalszahlen reichten nicht. Die Erwartungshaltung war offenbar höher. US-ADRs gaben nach der Meldung zeitweise um bis zu 7 Prozent auf etwa 43,70 Dollar nach. Die Erholung vom Mehrjahrestief bei rund 35 Dollar (Ende März) ist damit wieder unter Druck. Ende Juli war der ADR-Kurs noch über 50 Dollar gelaufen.
Kurz eingeordnet
Operativ lief Q2 besser als befürchtet, und die Guidance wird weniger pessimistisch. Der Kurs sagt aber: Das war eingepreist bzw. zu wenig. Genau die Spannung aus dem vorherigen Beitrag bleibt: Rezepte und Prognoseanhebung allein reichen dem Markt nicht. Er will sehen, dass aus der Pille nachhaltig profitables Wachstum wird.
