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Sechs Aktien unter der Lupe

Newsletter-Cover: sechs Aktien-Logos in einer Kachel-Grid, zwei scharf, vier stark unscharf

Hallo liebe Anleger, wir haben diese Woche sechs Aktien für euch unter die Lupe genommen. Die siehst du gerade überall, und dazu steht fast immer derselbe Satz: jetzt kaufen, bevor es zu spät ist.

Bevor wir sie einzeln durchgehen, kurz der Rahmen, in dem diese Kurse gerade entstehen.

Mitte September hat die Fed die Zinsen zum ersten Mal seit den Senkungen wieder angehoben. Seither ist vom großen Crash wieder viel zu lesen. Wie geht es nächste Woche weiter?

Steigt oder fällt die Börse nächste Woche?

Tippe auf Steigen oder Fallen

Kurzer Marktcheck

Steigende Zinsen allein machen aus diesem Markt noch keinen Crash. Das Forward- Kurs-Gewinn-Verhältnis. Forward heißt: geteilt durch die erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate. des S&P 500 liegt bei 19, exakt im Schnitt der letzten zehn Jahre. Zum Jahreswechsel waren es noch 22.

Seit Ende Juni steigen die erwarteten Gewinne fast fünfmal so schnell wie der Index. Der Markt klettert von Hoch zu Hoch und wird dabei günstiger, weil die Gewinne den Kursen davonlaufen.

Der Fear & Greed Index fiel nach der Zinserhöhung auf 26 und steht jetzt bei etwa 45, in der neutralen Zone. Gier wäre für mich ein Warnsignal. So weit ist der Index nicht.

Aktueller Lauf rund 100 %
nach vier Jahren
Durchschnitt rund 265 %
historischer Bullenmarkt
Kursgewinn ohne Dividenden, gerundet. Der aktuelle Lauf ist nach vier Jahren noch nicht abgeschlossen.

Die Gewinne tragen das mit. Die Unternehmen im S&P 500 haben im letzten Quartal +52 % mehr verdient. Selbst ohne die Einmaleffekte bei Alphabet und Amazon waren es +32 %.

Dieser Bullenmarkt läuft gegen die Notenbank. Höhere Zinsen treffen vor allem Immobilien und Unternehmen mit viel Schulden. Der Gesamtmarkt hält das aus, solange die Gewinne mitziehen. Einzelne Kurse tun das nicht, und genau dort wird es spannend.

Nike auf dem Zehnjahrestief

Als Erstes die Aktie, bei der der Kaufreflex am lautesten ist. Nike hat dieses Jahr rund −45 % verloren und notiert so tief wie seit über zehn Jahren nicht. Die Marke kennt jeder. Also heißt es überall: die kommt zurück.

Nike selbst sagt etwas anderes. Der Umsatz soll im laufenden Geschäftsjahr im hohen einstelligen Prozentbereich schrumpfen. Beim Gewinn je Aktie peilt der Konzern 1,15 bis 1,35 $ an. Das Sparprogramm über 2,5 Mrd. $ läuft bis 2031 und entlastet vor allem spät. Die Reparatur braucht Zeit, und das sagt der Chef auch so.

Selbst nach dem Absturz zahlst du mehr als das 20-Fache des erwarteten Gewinns, für ein Unternehmen, das schrumpft. Für mich ist das eine Wette auf eine Wende, die das Management selbst erst in Jahren sieht. Deshalb kaufe ich hier nicht. Was nach den letzten Zahlen schiefhängt, steht in Nike Aktie: Der Abstieg einer Ikone geht weiter.

Novo Nordisk über 70 % unter dem Hoch

Als Nächstes Novo Nordisk. Die Aktie liegt über −70 % unter dem Rekordhoch und wird gefühlt jede Woche als die große Gelegenheit verkauft. Es gibt echte Lichtblicke. Die Wegovy-Pille läuft in den USA stark, und im August hat Novo die Prognose angehoben.

Im besten Fall heißt diese Prognose erst einmal Stillstand. Für den bereinigten Umsatz 2026 liegt die Spanne bei 0 bis −6 %. Ich bin selbst mit einem guten vierstelligen Betrag investiert. Die Aktien behalte ich. Neues Geld fließt hier nicht rein, solange das Wachstum nicht zurück ist.

Ein tieferer Kurs allein ist kein Kaufgrund. Sonst landest du in einer Wertfalle: Die Aktie ist günstig, weil das Geschäft nicht liefert. Die Prognose und die enttäuschte Kursreaktion vom August stehen in Novo Nordisk erhöht die Prognose, der Kurs fällt trotzdem.

Nvidia nahe dem Allzeithoch

Ausgerechnet die Aktie, die mir selbst am meisten Geld gebracht hat. Nvidia. Die Zahlen sind weiter absurd gut. Im letzten Quartal hat sich der Umsatz auf 96,2 Mrd. $ mehr als verdoppelt. Fürs laufende Quartal liegt der Ausblick bei 108 Mrd. $. Fürs nächste Geschäftsjahr ist am Markt von noch einmal rund 70 % Wachstum die Rede.

Ich bleibe investiert. Die Aktie steht aber nur wenige Prozent unter dem Allzeithoch, und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Für neues Geld sehe ich gerade das bessere Verhältnis dort, wo die Stimmung am Boden ist. Was hinter den 96 Mrd. $ steckt, steht in den Nvidia-Quartalszahlen.

Weiter zu den nächsten drei.

McDonald’s auf dem Zweijahrestief

McDonald’s hat seit dem Hoch im Februar rund −30 % verloren und steht auf einem Zweijahrestief. Der Auslöser sitzt in den USA. Die vergleichbaren Umsätze wuchsen zuletzt nur noch um +0,8 %, weil das neue Sparmenü schlecht ankam.

Trotzdem stieg der Gewinn je Aktie um +6 %. Die Dividende wurde zum 50. Mal in Folge erhöht. McDonald’s gilt damit als Dividendenkönig, die Rendite liegt über 3 %, und das durchschnittliche Analystenziel liegt gut ein Viertel über dem aktuellen Kurs.

Das Risiko: Schwächelt der US-Konsument weiter, kann die Wende dauern. Bei Nike wartet man auf Zahlen, die es noch nicht gibt. Bei McDonald’s laufen die Zahlen, nur die Stimmung ist schlecht. Deshalb steht die Aktie bei mir ganz oben auf der Liste. Mehr zum Dividendenprofil: McDonald’s Aktie: Dividende nahe Königsstatus.

Realty Income und die Zinserhöhung

Realty Income ist die Monthly Dividend Company. Über 15.500 Immobilien in den USA und Europa, seit über 56 Jahren jeden Monat eine Dividende, inzwischen 675 Monate in Folge. Trotzdem ist die Aktie in einem Monat über −10 % gefallen. Der Grund ist die Zinserhöhung. Teure Finanzierung trifft Immobilienkonzerne hart. In Deutschland sieht man dasselbe bei Vonovia.

Das Geschäft läuft dabei. Der operative Cashflow je Aktie ( Adjusted Funds From Operations: der bereinigte operative Cashflow einer Immobilienfirma. ) stieg zuletzt um +3,8 %, die Jahresprognose wurde angehoben. Du bekommst rund 6 % Dividendenrendite und zahlst etwa das 13-Fache dieses Cashflows. Über ein neues Joint Venture geht Realty Income außerdem in Rechenzentren.

Realty Income ist ein Dividendenfels: laufende Ausschüttung, wenig Tempo. Steigen die Zinsen weiter, kann die Aktie weiter fallen. Was hier im Kurs steckt, ist vor allem Zinsangst, und ich überlege einzusteigen. Warum der Zins bei diesem Titel oft mehr erklärt als die Mieten, steht in Realty Income und die Zinsen.

ServiceNow nach dem KI-Schock

Zum Schluss ServiceNow. Die Software, mit der große Konzerne ihre Arbeitsabläufe automatisieren. Anfang des Jahres hatten Anleger Panik, KI könnte genau dieses Geschäft auffressen. Im April stand die Aktie bei 81 $, zwei Drittel unter dem Allzeithoch. Gute Zahlen halfen damals nicht.

Im zweiten Quartal wuchsen die Umsätze um +24 %. Die Verlängerungsquote liegt bei 98 %. Die KI-Produkte haben bereits über 1 Mrd. $ Jahresvertragswert erreicht, und die Prognose wurde angehoben. ServiceNow verkauft KI inzwischen selbst.

Seit dem Tief ist die Aktie rund +70 % gestiegen und liegt immer noch über 40 % unter dem Allzeithoch. Mit einem Forward-KGV von rund 30 ist sie die teuerste der drei. Bei einer Enttäuschung geht es schnell zweistellig nach unten. Die Panik aus dem Frühjahr ist aus meiner Sicht trotzdem vorbei.

Mein Fazit

Von den sechs würde ich derzeit sehr wahrscheinlich drei kaufen: McDonald’s, Realty Income und ServiceNow. Nike und Novo Nordisk sind Wetten auf eine Wende, die noch nicht in den Zahlen steht. Nvidia behalte ich. Neues Geld fließt dorthin, wo die Stimmung schlecht ist und das Geschäft hält.

Aktie Neues Geld In einem Satz
Nike Nein Schrumpft, und trotzdem kein Schnäppchen.
Novo Nordisk Nein Position bleibt, Wachstum fehlt noch.
Nvidia Nein Bleibt im Depot, Preis ist schon hoch.
McDonald’s Ja Stimmung trüb, Geschäft läuft.
Realty Income Eher ja Operativ okay, Kurs ist Zinsangst.
ServiceNow Ja Teuerste der drei, Panik ist vorbei.
Persönliche Einordnung am Ende, keine Empfehlung

Was auf einen Rücksetzer wartet, kann bis dahin Zinsen verdienen. Der Satz auf dem Banner ist selten der Satz, den du über zwölf Monate wirklich bekommst. Der Vergleich steht im Zinsvergleich. Wer die Dividende von McDonald’s oder Realty Income durchrechnen will, nimmt den Dividendenrechner. Und wer beim nächsten Rücksetzer nicht aus Reflex verkaufen will, findet im Ratgeber Schwankungen aushalten die nüchterne Fassung davon.

Das wars mit dem Newsletter. Wir wünschen euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche!

Weitere Tools: Nachkauf-Rechner · ETF-Rechner · Fear & Greed Index

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Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Alle Angaben, Renditen und Beispielrechnungen sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch ändern – eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit können wir nicht übernehmen. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Aktien4future bietet keine Anlageberatung.

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