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VW, BMW und Mercedes: China schwach, Margenziele fallen

Montagelinie bei Nacht: wenige Fahrzeuge, gedämpftes Licht

Bei den deutschen Auto-Aktien fehlt der Befreiungsschlag: BMW AG (BMW), Mercedes-Benz Group (MBG) und Volkswagen AG (VOW3) rutschen nach schwachen China-Zahlen und gekappten Renditezielen ins Hintertreffen. Mercedes meldete für China im dritten Quartal ein Absatzminus von -31 %. BMW und Volkswagen haben ihre Zielrenditen für die nächsten Jahre nach unten gesetzt.

Der Haken: Einzelne E‑Rekorde ändern am Gesamtbild wenig. Bei Mercedes stieg der BEV-Absatz, insgesamt gingen die Pkw-Auslieferungen aber zurück, im obersten Preissegment sogar um -21 %. Die eigenen Planungen signalisieren zudem: Eine Rückkehr zu früheren Margen dauert.

Gleichzeitig gewinnen chinesische Marken in Europa Tempo. BYD steigerte die Neuzulassungen um +163 %, Zölle bleiben eine Unbekannte. Das drückt die Bewertungsspielräume - und stellt Dividendenannahmen auf den Prüfstand.

-31 % Mercedes China-Absatz Q3 gegen Vorjahr
1-3 % BMW EBIT-Marge 2026 neues Ziel
bis 1 % VW operative Rendite Prognose 2026
+163 % BYD Neuzulassungen EU Jan-Aug, gegenüber Vorjahr

Warum die Kurse trotz E-Rekorden nicht anspringen

Mercedes meldete den höchsten Quartalsabsatz reiner Elektroautos seiner Geschichte. Absolut sind das 68.400 Fahrzeuge. Daneben stehen 407.200 verkaufte Pkw insgesamt, -8 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Premium-Spitzensegment schrumpfte zugleich um -21 %. Die Börse gewichtet den Mix und die Profitabilität, nicht nur die Stückzahlen.

Auch bei BMW und Volkswagen zeigt sich das Muster über China. BMW verlor im zweiten Quartal in der Volksrepublik rund -30 % seiner Auslieferungen. Volkswagen kam im ersten Halbjahr auf -26 %, in einem dortigen Gesamtmarkt, der etwa um -20 % sank. Rückgänge in der ertragreichen Region drücken die Rechnung je Fahrzeug - und damit die Erwartungen an den Gewinn.

China: der wichtigste Gewinnpfeiler schwächelt

China war für die deutschen Hersteller lange die Region mit hoher Auslastung und soliden Margen. Fällt dort der Absatz - bei Mercedes um -31 % im dritten Quartal, bei BMW im zweiten Quartal um rund -30 %, bei Volkswagen im ersten Halbjahr um -26 % - faltet sich die Gewinntreppe nach unten. Zuwächse in Europa und den USA reichen derzeit nicht aus, um diese Lücke zu schließen.

Für die Bewertung zählt, dass es kein Ein-Quartals-Effekt ist. Die Managements begründen die Schwäche mit hartem Wettbewerb und einem strukturell veränderten Markt. Solange Preisdruck und Volumenrückgänge in China anhalten, bleiben die Annahmen zu Margen und Cashflows vorsichtiger.

Margenziele: die Latte liegt deutlich tiefer

BMW hat die Zielbandbreite für die EBIT-Marge im Autogeschäft ( Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Verhältnis zum Umsatz. ) für 2026 von 4-6 auf 1-3 % gesenkt. Für 2028 sind es 3-5 %. Die früher üblichen 8-10 % stellt BMW erst für Anfang der 2030er Jahre in Aussicht.

Volkswagen nahm die Prognose für die operative Umsatzrendite auf höchstens 1 % zurück. Rund 10 Mrd. € an Sondereffekten belasten zusätzlich, davon etwa 6 Mrd. € aus einer Firmenwertabschreibung bei der Porsche AG. Ohne diese Effekte käme der Konzern auf etwa 4 % - das wäre immer noch der untere Rand der alten Spanne von 4,0-5,5 %.

Für Aktionäre heißt das: Selbst bereinigt planen die Hersteller mit niedrigeren Renditen. Das dämpft die erwarteten Gewinne der nächsten Jahre - und damit den Spielraum für Ausschüttungen und Rückkäufe.

Chinesische Marken gewinnen in Europa an Geschwindigkeit

BYD kam von Januar bis August auf knapp 178.000 Neuzulassungen in der EU, ein Plus von +163 %. Der Marktanteil stieg von 0,9 auf 2,4 %, während der Gesamtmarkt nur um gut +5 % zulegte. Chery verdreifachte seinen Anteil auf 1,5 %.

Für VW, BMW und Mercedes verstärkt das den Preisdruck in Europa - dort, wo eigentlich der Ausgleich gelingen sollte. Hinzu kommt die Unsicherheit, wie sich Zölle künftig entwickeln. Volkswagen stellt seine Prognose ausdrücklich unter diesen Vorbehalt.

Was das für dich heißt: Bewertung und Dividenden neu rechnen

  • Niedrigere Margenziele bedeuten niedrigere Erträge in der Planung. Das schlägt direkt auf faire Bewertungen und implizite Renditen durch.
  • Dividenden sind in diesem Sektor zyklisch. Wer mit stabilen Ausschüttungen rechnet, sollte Annahmen an die neuen Zielrenditen und das China-Volumen anpassen. Rechne Varianten mit konservativer Marge und schwächerem Absatz durch - über mehrere Jahre, nicht nur fürs nächste Geschäftsjahr. Der Dividendenrechner hilft bei der Übersetzung in Nettoerträge.
  • Auf kurze Sicht bleiben die Kurse anfällig. Eine Gegenbewegung ist möglich, aber tragfähig wird sie erst, wenn Margen und Preise stabilisieren. Grundlagen zu Ausschüttungen und Spielarten der Dividendenstrategie findest du im Ratgeber Dividenden erklärt.

Was als Nächstes zählt

Die nächsten Termine liefern harte Daten zu Volumen, Preisniveau und Profitabilität. Drei Punkte entscheiden: ob China beim Absatz stabilisiert, ob die Bruttomargen im Quartal einen Tiefpunkt andeuten, und ob es neue Aussagen zu Zöllen und Preisdruck gibt. Erst dann lässt sich beurteilen, ob die aktuellen Zielrenditen haltbar sind - oder ob weitere Anpassungen folgen.

Wann Was Warum es zählt
28.10.2026 Mercedes-Benz: Q3-Zwischenbericht Margen-Tiefpunkt und China-Nachfrage im Fokus
29.10.2026 Volkswagen: Neunmonatszahlen Preisdruck, Sondereffekte und Renditespanne
04.11.2026 BMW: Quartalszahlen Fortschritt gegen geringere Zielmargen, China-Volumen
Anstehende Termine - Stand 09. Oktober 2026

Weitere Tools: Dividendenrechner · Ratgeber: Dividenden erklärt

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