Aktien mit monatlicher Dividende: 12 Monatszahler im Überblick
- Teil des Lernpfads
- Dividenden
Inhaltsverzeichnis
Aktien mit monatlicher Dividende gibt es fast nur in Nordamerika. Keine Aktie aus dem DAX zahlt monatlich, die meisten deutschen Unternehmen schütten einmal im Jahr aus. Wer jeden Monat eine Zahlung will, landet bei US-Immobilienkonzernen (REITs), US-Mittelstandsfinanzierern (BDCs) und ein paar kanadischen Werten.
Die Liste zeigt zwölf bekannte Monatszahler mit Rendite und Einordnung. Darunter steht, woran du einen soliden Zahler erkennst, was nach Steuern bleibt und wann ein ETF die einfachere Lösung ist.
Die Liste: 12 Aktien mit monatlicher Dividende
| Unternehmen | Ticker | Typ | Rendite | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Realty Income | O | Net-Lease-REIT | 5,7 % | Der Referenzwert. Dividende seit über 30 Jahren jedes Jahr erhöht. |
| Agree Realty | ADC | Net-Lease-REIT | 4,7 % | Vermietet an große US-Handelsketten. Dividende 2026 schon zweimal erhöht. |
| STAG Industrial | STAG | Logistik-REIT | 4,2 % | Lager- und Logistikhallen. Solide, die Dividende wächst aber kaum. |
| LTC Properties | LTC | Gesundheits-REIT | 5,2 % | Senioren- und Pflegeimmobilien. Hängt an der Lage der Heimbetreiber. |
| EPR Properties | EPR | Freizeit-REIT | 6,5 % | Kinos, Freizeitparks, Erlebnisimmobilien. Dividende 2020 ausgesetzt. |
| Apple Hospitality | APLE | Hotel-REIT | 5,2 % | Hotels in den USA, stark konjunkturabhängig. Dividende 2020 ausgesetzt. |
| Gladstone Commercial | GOOD | Büro- und Industrie-REIT | 10,0 % | Hohe Rendite, die Dividende wurde in den letzten Jahren gekürzt. |
| Main Street Capital | MAIN | BDC | 8,1 % | Gilt als Qualitäts-BDC. Monatlich plus Sonderdividende pro Quartal. |
| Capital Southwest | CSWC | BDC | 11,4 % | Kredite an kleinere US-Firmen. Rendite schwankt stark mit dem Kurs. |
| Gladstone Capital | GLAD | BDC | 10,8 % | Kreditgeber für den US-Mittelstand, hohes Kreditrisiko. |
| Gladstone Investment | GAIN | BDC | 6,5 % | Reguläre Monatsdividende plus Sonderzahlungen aus Firmenverkäufen. |
| Exchange Income | EIF (Toronto) | Beteiligungsgruppe | 2,5 % | Luftfahrt und Industrie aus Kanada. Dividende 2026 erhöht, Quellensteuer 25 %. |
Die Tabelle ist eine Übersicht, keine Kaufliste. Die Renditen ändern sich mit jedem Kurs, und eine hohe Zahl ist oft eher ein Warnzeichen als ein Argument. Ausführlicher besprechen wir acht dieser Werte in Monatszahler-Aktien im Check.
Warum fast nur REITs und BDCs monatlich zahlen
REITs und BDCs müssen nach US-Recht mindestens 90 Prozent ihres steuerpflichtigen Gewinns ausschütten. Im Gegenzug zahlen sie auf Unternehmensebene kaum Steuern. Die hohe Ausschüttung ist also Pflicht, keine Großzügigkeit. Einige von ihnen zahlen monatlich, weil das bei Privatanlegern gut ankommt.
Die Kehrseite: Weil fast der ganze Gewinn abfließt, finanzieren diese Unternehmen ihr Wachstum über neue Aktien und neue Schulden. Das macht sie zinsempfindlich. Steigen die Zinsen, werden Kredite teurer, und die Kurse fallen oft deutlich, auch wenn die Mieten weiterlaufen.
Monatlich ist ein Takt, kein Vorteil
Eine Aktie mit 6 Prozent Dividendenrendite bringt dir im Jahr gleich viel, ob sie zwölfmal oder viermal zahlt. Der monatliche Rhythmus hilft bei der Planung, wenn du von den Ausschüttungen lebst. Mehr Rendite entsteht daraus nicht.
Dazu kommt Kleinkram: Jede Zahlung kommt in US-Dollar oder kanadischen Dollar, wird umgerechnet und einzeln abgerechnet. Wer zwölf Monatszahler hält, bekommt im Jahr über hundert Gutschriften. Das ist kein Problem, nur kein Komfortgewinn gegenüber einem ETF.
Woran du einen soliden Monatszahler erkennst
Ausschüttungsquote richtig messen. Bei REITs drücken Abschreibungen auf Gebäude den Buchgewinn. Eine Quote über 100 Prozent des Gewinns je Aktie ist deshalb normal. Aussagekräftig ist die Ausschüttung im Verhältnis zum AFFO (Adjusted Funds from Operations), also dem Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft. Liegt sie dauerhaft über 90 Prozent des AFFO, bleibt kaum Puffer.
Bei BDCs auf den Nettoinvestitionsertrag schauen. Eine BDC sollte ihre reguläre Dividende aus den laufenden Zinseinnahmen nach Kosten bezahlen können. Sinkt zusätzlich der Nettoinventarwert je Aktie über Jahre, zahlt sie aus der Substanz.
Die Krisen prüfen. Was hat das Unternehmen 2009 und 2020 gemacht? EPR Properties und Apple Hospitality haben 2020 ausgesetzt, Realty Income hat weiter erhöht. Ein Blick in die Dividendenhistorie sagt mehr als die aktuelle Rendite.
Hohe Renditen hinterfragen. Über 10 Prozent preist der Markt meist eine Kürzung ein. Warum ein hoher Wert oft an einem gefallenen Kurs liegt, steht im Ratgeber Dividenden erklärt.
Steuern: was von US- und Kanada-Dividenden bleibt
Die USA behalten 15 Prozent Quellensteuer ein, wenn bei deiner Depotbank das Formular W-8BEN hinterlegt ist. Die meisten deutschen Banken und Broker erledigen das bei der Kontoeröffnung. Ohne Formular sind es 30 Prozent.
Die 15 Prozent werden auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Übrig bleiben 10 Prozent deutsche Steuer plus Solidaritätszuschlag darauf. Kanada behält 25 Prozent ein, angerechnet werden aber nur 15 Prozent. Die übrigen 10 Prozent kannst du bei der kanadischen Steuerbehörde zurückfordern, was sich erst bei größeren Beträgen lohnt.
| Herkunft | Quellensteuer | In Deutschland angerechnet | Netto bei dir |
|---|---|---|---|
| USA, mit W-8BEN | 15 % | 15 % | rund 74,45 € |
| Kanada | 25 % | 15 % | rund 64,45 € |
| Deutschland (Vergleich) | - | - | rund 73,63 € |
Ein Haken betrifft kleinere Depots: Liegt die Dividende innerhalb deines Sparerpauschbetrags, fällt in Deutschland keine Steuer an. Die 15 Prozent US-Quellensteuer sind trotzdem weg, weil es nichts gibt, worauf sie angerechnet werden könnten. Wie der Freibetrag funktioniert, steht im Ratgeber Freistellungsauftrag.
Was du für 500 Euro im Monat brauchst
500 Euro netto im Monat sind 6.000 Euro im Jahr. Bei US-Aktien bleiben nach Steuern rund 74,5 Prozent übrig, du brauchst also gut 8.060 Euro Bruttodividende.
Rund 8.060 Euro Bruttodividende im Jahr geteilt durch die Rendite. 15 Prozent US-Quellensteuer, deutsche Restbesteuerung, Sparerpauschbetrag nicht berücksichtigt, ohne Wechselkurseffekte.
Die rechten Säulen sehen verlockend aus. Sie setzen aber voraus, dass 9 Prozent Rendite über Jahre halten. Bei Werten wie Gladstone Commercial hat genau das nicht geklappt. Ein Mix aus stabilen Net-Lease-REITs mit 4 bis 6 Prozent ist langsamer, aber verlässlicher.
Die einfachere Alternative: ETFs mit monatlicher Ausschüttung
Zwölf Einzelwerte aus zwei Branchen sind ein Klumpen: US-Immobilien und US-Kredite, alles in Dollar, alles zinsempfindlich. Wer vor allem den monatlichen Zahlungsstrom will, kommt mit einem ETF oft einfacher ans Ziel.
Dividenden-ETFs mit monatlicher Ausschüttung. Der L&G Global Quality Dividends streut auf fast 1.000 Unternehmen weltweit und schüttet monatlich aus. Weitere Kandidaten vergleichen wir in 7 Dividenden-ETFs im Vergleich.
Drei Quartalszahler kombinieren. Drei ETFs mit versetzten Zahlterminen ergeben zusammen eine Zahlung pro Monat. Wie das geht, steht in Monatliche Dividende mit 3 ETFs.
Covered-Call-ETFs. Sie zahlen monatlich 7 bis 11 Prozent, verkaufen dafür aber einen Teil ihrer Kurschancen. Welche es gibt und für wen sie passen, steht im Ratgeber Covered-Call-ETFs im Vergleich.
US-ETFs wie JEPI oder SRET kannst du als Privatanleger in Deutschland meist nicht kaufen, weil ihnen das nach EU-Recht nötige Basisinformationsblatt fehlt. Für viele gibt es europäische Gegenstücke.
Wie du aus einem Depot dauerhaft entnimmst, ohne dich nur auf Dividenden zu verlassen, steht im Ratgeber Entnahmestrategien.
Häufige Fragen
Welche Aktien zahlen monatlich Dividende?
Die bekanntesten Monatszahler sind US-REITs wie Realty Income, Agree Realty, STAG Industrial, EPR Properties und LTC Properties sowie BDCs wie Main Street Capital, Capital Southwest und Gladstone Capital. Dazu kommen einige kanadische Werte wie Exchange Income. Fast alle stammen aus Nordamerika.
Gibt es deutsche Aktien mit monatlicher Dividende?
Praktisch nein. Deutsche Unternehmen schütten in der Regel einmal im Jahr nach der Hauptversammlung aus. Wer aus dem Heimatmarkt regelmäßigere Zahlungen will, kann mehrere Aktien mit unterschiedlichen Zahlterminen kombinieren oder einen ETF mit monatlicher Ausschüttung nutzen.
Sind monatliche Dividenden besser als quartalsweise?
Nicht von sich aus. Eine Aktie mit 6 Prozent Rendite zahlt im Jahr gleich viel, ob in zwölf oder vier Raten. Monatliche Zahlungen erleichtern die Haushaltsplanung in der Entnahmephase. Über die Qualität des Unternehmens und die Sicherheit der Dividende sagen sie nichts.
Wie viel Kapital brauche ich für 500 Euro Dividende im Monat?
Für 500 Euro netto brauchst du bei US-Aktien rund 8.060 Euro Bruttodividende im Jahr, weil nach Quellensteuer und deutscher Steuer etwa 74,5 Prozent übrig bleiben. Bei 5,5 Prozent Rendite sind das rund 147.000 Euro, bei 4 Prozent rund 201.000 Euro. Der Sparerpauschbetrag senkt den Bedarf etwas.
Wie werden US-Dividenden in Deutschland besteuert?
Die USA behalten 15 Prozent Quellensteuer ein, wenn bei deiner Depotbank das Formular W-8BEN hinterlegt ist, sonst 30 Prozent. Die 15 Prozent werden auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Es bleiben 10 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag darauf. Die Gesamtbelastung liegt damit bei rund 25,5 Prozent, ohne Kirchensteuer.
Was ist der Unterschied zwischen einem REIT und einer BDC?
Ein REIT besitzt und vermietet Immobilien, etwa Supermärkte, Lagerhallen oder Pflegeheime. Eine BDC (Business Development Company) vergibt Kredite an kleinere, meist nicht börsennotierte US-Firmen und beteiligt sich an ihnen. Beide müssen mindestens 90 Prozent ihres steuerpflichtigen Gewinns ausschütten. REITs hängen an Mieten und Zinsen, BDCs an der Kreditqualität ihrer Schuldner.
Kann ich US-ETFs mit monatlicher Ausschüttung wie JEPI kaufen?
Als Privatanleger in Deutschland meist nicht, weil US-ETFs kein Basisinformationsblatt nach EU-Recht anbieten. Für viele bekannte US-ETFs gibt es aber europäische UCITS-Varianten mit monatlicher Ausschüttung, die du bei deutschen Brokern kaufen kannst.
War dieser Beitrag hilfreich?