Covered-Call-ETFs im Vergleich: Welcher ist der beste?

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Den einen besten Covered-Call-ETF gibt es nicht, aber die Unterschiede sind groß. Die größten Produkte in Europa kommen von JPMorgan, iShares und Global X und kosten 0,35 bis 0,45 Prozent im Jahr. Die höchsten Ausschüttungen von rund 11 Prozent liefern Nasdaq-100- und Euro-Stoxx-50-Varianten. Die breiteren Welt- und US-Fonds zahlen 7 bis 9,5 Prozent.

Wichtiger als die Ausschüttung ist, was am Ende insgesamt hängen bleibt. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Strategie funktioniert, welche ETFs es gibt und woran du sie unterscheidest.

So funktioniert ein Covered-Call-ETF

Der ETF hält ein Aktienportfolio und verkauft darauf Kaufoptionen, sogenannte Calls. Der Käufer der Option zahlt dafür eine Prämie. Steigt der Kurs über den vereinbarten Preis (den Strike), geht der Gewinn oberhalb davon an den Käufer. Die Prämien schüttet der ETF aus, meist monatlich.

Daraus folgen drei Dinge:

  • Mehr laufende Zahlung. Zur Dividende der Aktien kommt die Optionsprämie.
  • Gedeckeltes Plus. In starken Aufwärtsphasen läuft der ETF nicht voll mit.
  • Fast volles Minus. Fällt der Markt, fällt der ETF mit. Die Prämie federt nur wenige Prozent ab.

Wie stark diese Effekte sind, hängt an zwei Stellschrauben: wie weit der Strike über dem aktuellen Kurs liegt und welcher Anteil des Portfolios mit Calls belegt ist. Die Global-X-ETFs verkaufen Calls am aktuellen Kurs auf das ganze Portfolio. Das bringt die höchste Prämie und den härtesten Deckel. Die aktiv verwalteten ETFs von JPMorgan und iShares verkaufen Calls etwas über dem Kurs und lassen mehr Luft nach oben.

Die Mechanik im Detail und den Vergleich mit Cash-Secured-Put-ETFs erklären wir in Covered-Call-ETF vs. Cash-Secured-Put.

Die wichtigsten Covered-Call-ETFs im Überblick

ETF ISIN TER Volumen Ausschüttung Abbildung
JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income IE000U9J8HX9 0,35 % 4,0 Mrd. € ca. 11 % physisch, aktiv
JPMorgan Global Equity Premium Income IE0003UVYC20 0,35 % 1,4 Mrd. € ca. 7,6 % physisch, aktiv
iShares World Equity High Income (WINC) IE000KJPDY61 0,35 % 820 Mio. € ca. 9,5 % physisch, aktiv
UBS US Equity Defensive Covered Call SOFR+4% IE000LEVKOK2 0,20 % 744 Mio. € Ziel: SOFR plus 4 % synthetisch (Swap)
Global X Nasdaq 100 Covered Call IE00BM8R0J59 0,45 % 737 Mio. € ca. 11,5 % synthetisch (Swap)
JPMorgan US Equity Premium Income IE000U5MJOZ6 0,35 % 500 Mio. € ca. 7,3 % physisch, aktiv
Global X S&P 500 Covered Call IE0002L5QB31 0,45 % 197 Mio. € ca. 9 % synthetisch (Swap)
Global X EURO STOXX 50 Covered Call IE000SAXJ1M1 0,45 % 137 Mio. € ca. 11 % synthetisch (Swap)
HANetf Weekly World Equity Income IE000I50V6C7 0,50 % 12 Mio. € Ziel ca. 8 %, wöchentlich physisch, aktiv
Ausschüttende Anteilsklassen. TER und Volumen: justETF, Stand 30. September 2026. Ausschüttungsrendite: Prognose 2026 bzw. letzte 12 Monate laut extraETF, iShares und Global X, gerundet, Stand Oktober 2026. Die Werte ändern sich jeden Monat.

Zwei Hinweise zur Tabelle. Fast alle Fonds sind jünger als drei Jahre und haben noch keinen langen Bärenmarkt erlebt. Und bis auf den Global X EURO STOXX 50 laufen alle in US-Dollar: Deine Ausschüttung in Euro schwankt mit dem Wechselkurs.

Ausschüttung ist nicht Gesamtrendite

Eine hohe Ausschüttung sagt nichts darüber, ob dein Vermögen wächst. Entscheidend ist Kurs plus Ausschüttung. Die letzten zwölf Monate zeigen, wie weit das auseinanderläuft:

Gesamtrendite in 12 Monaten, inklusive Ausschüttungen

Oktober 2025 bis September 2026, in Euro, ausschüttende Anteilsklassen. Quelle: justETF, Stand 30. September 2026. Vergangene Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die Zukunft.

Der Vergleich der beiden Welt-Fonds ist lehrreich. WINC und JPMorgan Global kosten beide 0,35 Prozent und investieren beide weltweit. WINC kam auf 20,7 Prozent, JPMorgan Global auf 6,3 Prozent. Der Grund liegt in der Aktienauswahl: JPMorgan Global setzt auf defensive Werte wie Johnson & Johnson, Southern Company, AT&T und Coca-Cola und lief damit an der Tech-Rally vorbei. Laut extraETF blieb der Fonds im Schnitt um rund 9,7 Prozent pro Jahr hinter dem MSCI World zurück.

Die Nasdaq-Varianten stehen oben, weil Tech-Aktien stark liefen. Dreht der Sektor, trifft es sie zuerst. Eine gute Zwölf-Monats-Zahl ist bei Covered-Call-ETFs noch weniger aussagekräftig als bei normalen ETFs.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Basis. Nasdaq 100 heißt Tech-Klumpen, S&P 500 heißt US-Markt, die Welt-Fonds streuen breiter. Der Global X EURO STOXX 50 ist der einzige große Fonds mit Euro-Aktien und Euro als Fondswährung.

Konstruktion. Calls am aktuellen Kurs auf das ganze Portfolio (Global X) bringen die höchste Prämie und kaum Kursplus. Aktiv gesteuerte Fonds (JPMorgan, iShares, HANetf) verkaufen weniger aggressiv. Steht im Factsheet “aktiv”, zahlst du für die Steuerung, bekommst aber keine Garantie, dass sie besser ist.

Physisch oder Swap. Swapbasierte ETFs bilden die Strategie über einen Vertrag mit einer Bank ab. Das ist bei UCITS-ETFs geregelt und begrenzt, fügt aber einen Vertragspartner hinzu. Prüfe bei diesen Fonds in der ersten Abrechnung, ob deine Bank die Teilfreistellung angewendet hat.

Größe und Alter. Unter rund 100 Millionen Euro Volumen steigt das Risiko, dass ein Fonds wieder geschlossen wird. Bei jungen Fonds sagt die kurze Historie wenig darüber, wie sie sich in einem echten Abschwung schlagen.

Steuern auf die Ausschüttungen

Optionsprämien kommen bei dir als ganz normale Fondsausschüttung an. Gilt der ETF als Aktienfonds, bleiben 30 Prozent über die Teilfreistellung steuerfrei. Auf den Rest fallen 26,375 Prozent Abgeltungsteuer und Soli an. Effektiv sind das rund 18,5 Prozent, von 100 Euro Ausschüttung bleiben also etwa 81,50 Euro.

Der eigentliche Steuernachteil ist ein anderer: Bei 10 Prozent Ausschüttung ist der Sparerpauschbetrag schnell aufgebraucht, und danach zahlst du jedes Jahr Steuern auf den Ertrag. Ein thesaurierender Welt-ETF schiebt die Steuer bis zum Verkauf auf. Wer die Ausschüttungen ohnehin wieder anlegt, verliert damit Zinseszins. Mehr dazu im Ratgeber Thesaurierend oder ausschüttend.

Was du für 500 Euro netto im Monat brauchst

6.000 Euro netto im Jahr entsprechen bei einem Aktienfonds mit Teilfreistellung rund 7.360 Euro brutto.

Kapital für 500 Euro netto im Monat

Rund 7.360 Euro Bruttoausschüttung geteilt durch die Ausschüttungsrendite. Teilfreistellung 30 Prozent, Sparerpauschbetrag ausgeschöpft, ohne Kirchensteuer und Wechselkurseffekte.

Die Rechnung setzt voraus, dass die Ausschüttung stabil bleibt. Das ist bei Covered-Call-ETFs nicht garantiert: Fällt die Schwankung am Markt, sinken die Prämien. Und wenn der Kurs über Jahre nachgibt, schrumpft mit dem Kapital auch die Zahlung. Welche Rolle solche Bausteine beim Entnehmen spielen, steht im Ratgeber Entnahmestrategien.

Für wen Covered-Call-ETFs passen

Passt: Du bist in der Entnahmephase, willst einen Teil des Depots als planbaren Zahlungsstrom und akzeptierst, dass du in starken Börsenjahren hinterherläufst. Auch in langen Seitwärtsphasen spielen die Prämien ihre Stärke aus.

Passt nicht: Du baust noch Vermögen auf und legst die Ausschüttungen sowieso wieder an. Dann ist ein breiter, thesaurierender Welt-ETF günstiger, steuerlich besser und hat nach oben keinen Deckel.

Einzelne Fonds haben wir genauer angesehen: drei monatliche Zahler im Vergleich in Covered-Call-ETF Vergleich: Global X, WINC, JPMorgan und den wöchentlich zahlenden HANetf-Fonds in Neuer ETF mit wöchentlicher Dividende. Monatliche Zahlungen aus Einzelaktien statt Optionen findest du im Ratgeber Aktien mit monatlicher Dividende.

Häufige Fragen

Welcher Covered-Call-ETF ist der beste?

Das hängt vom Ziel ab. Für einen breiten, günstigen Baustein mit echter Aktienhaltung sind der iShares World Equity High Income (WINC) und die JPMorgan-Premium-Income-ETFs mit je 0,35 Prozent TER die erste Wahl nach Größe. Die höchste Ausschüttung liefern Nasdaq-100-Varianten mit rund 11 Prozent, dafür mit Tech-Klumpen. Die Global-X-ETFs verkaufen Calls am aktuellen Kurs und deckeln das Kursplus am stärksten.

Lohnt sich ein Covered-Call-ETF?

Für laufendes Einkommen in der Entnahmephase kann er sich lohnen, vor allem in Seitwärtsmärkten. Für den Vermögensaufbau über 20 oder 30 Jahre meist nicht: In starken Aufwärtsphasen bleibt er hinter dem Index zurück, und die hohen Ausschüttungen werden jedes Jahr besteuert, statt im Depot weiterzuwachsen.

Was passiert mit einem Covered-Call-ETF im Crash?

Er fällt fast so stark wie der Aktienmarkt. Die Optionsprämie federt nur wenige Prozent ab. Das Problem kommt danach: In der Erholung ist das Kursplus wieder gedeckelt, der ETF holt den Verlust deshalb langsamer auf als ein normaler Index-ETF.

Kann ich JEPI, JEPQ oder QYLD in Deutschland kaufen?

Als Privatanleger meist nicht, weil US-ETFs kein Basisinformationsblatt nach EU-Recht anbieten. Es gibt aber UCITS-Varianten: Der JPMorgan US Equity Premium Income UCITS ETF entspricht grob JEPI, der JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income UCITS ETF grob JEPQ und der Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF grob QYLD.

Wie werden die Ausschüttungen versteuert?

Wie Ausschüttungen eines normalen Aktien-ETFs. Gilt der ETF als Aktienfonds, sind 30 Prozent über die Teilfreistellung steuerfrei. Auf den Rest fallen 26,375 Prozent Abgeltungsteuer und Soli an, effektiv also rund 18,5 Prozent. Bei swapbasierten ETFs lohnt ein Blick in die erste Abrechnung, ob die Teilfreistellung angewendet wurde.

Gibt es Covered-Call-ETFs mit wöchentlicher Ausschüttung?

Ja, der HANetf Weekly World Equity Income UCITS ETF (ISIN IE000I50V6C7) schüttet wöchentlich aus und strebt rund 8 Prozent im Jahr an. Er ist erst seit September 2026 am Markt und mit gut 10 Millionen Euro noch sehr klein.

Was ist der Unterschied zu einem Cash-Secured-Put-ETF?

Ein Covered-Call-ETF hält Aktien und verkauft Kaufoptionen. Ein Cash-Secured-Put-ETF hält kurzlaufende Anleihen als Sicherheit und verkauft Verkaufsoptionen auf einen Index. Beide sammeln Prämien ein, der Put-Ansatz hält aber keine Aktien direkt. Die Unterschiede im Detail stehen in unserem Beitrag zu Buy-Write und Cash-Secured Put.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Alle Angaben, Renditen und Beispielrechnungen sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch ändern. Eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir nicht. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.

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