Nvidia, Alphabet, CrowdStrike und Nike nach dem Tech-Ausverkauf
Hey Freunde, die Börse steht unter Schock. Am Donnerstag verlor der S&P 500 so stark wie seit April 2025 nicht mehr, der Nasdaq noch deutlicher. Nvidia rutschte in den Bärenmarkt, Alphabet und Tesla gleich mit. Die Magnificent Seven verloren an einem Tag über 1 Bio. $ an Börsenwert.
Heute schauen wir uns vier Aktien an, die in dieser Woche besonders laut diskutiert wurden: Nvidia, Alphabet, CrowdStrike und Nike. Bei zweien sind wir schon investiert und kaufen nicht nach, eine nehmen wir auf die Kaufliste, und bei einer bleiben wir bewusst draußen.
Zuerst der Marktüberblick. Der S&P 500 verlor in dieser Woche −2,7 % auf 7.377 Punkte, der Nasdaq −3,4 % auf 24.579. Bis Mittwoch sah die Woche sogar noch ganz anders aus. Dann kam der Donnerstag: S&P −4,4 %, Tech-Sektor im S&P so schwach wie seit März 2020 nicht. Am Freitag kam eine kleine Erholung, mehr aber nicht. Der DAX schloss die Woche praktisch unverändert bei 25.820 Punkten, nach einem wilden Ritt über 26.300.
Der Fear & Greed Index war in der Halloween-Woche auf 26 gefallen. Nach diesem Ausverkauf dürfte die Angst nochmals tiefer sitzen. Der S&P 500 liegt rund −6 % unter dem Hoch bei 7.845.
Nächste Woche zählt vor allem ein Termin: Nvidia legt am 17. November Zahlen vor. Was tippst du für die Börse bis dahin?
Erholt sich der Markt bis zu Nvidias Zahlen, oder geht der Druck weiter?
Tippe auf Steigen oder Fallen
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Und jetzt zu den vier Aktien.
Nvidia: Abwarten, Nachkauf erst unter 165 $
Nvidia steht bei 186,64 $, rund −23 % unter dem 52-Wochen-Hoch bei 243 $. Am Donnerstag allein verlor die Aktie rund −9 % und rutschte damit ins Jahresminus. Vom Hoch vor einem Monat ist sie inzwischen im Bärenmarkt.
Die Bewertung ist nach dem Absturz eine ganz andere Geschichte als noch im Oktober. Das KGV auf die letzten zwölf Monate liegt bei rund 23,6. Zum Vergleich: Der Zehnjahres-Median lag deutlich über 50. Forward, also auf erwartete Gewinne, sprechen manche Häuser sogar von unter 15. Das ist für ein Unternehmen, das den Umsatz gerade verdoppelt, kein Mondpreis mehr.
Am 17. November nach US-Börsenschluss kommen die Zahlen. Nvidia selbst peilt rund 108 Mrd. $ Umsatz an, plus/minus 2 %, ohne China-Compute. Analysten liegen etwas höher, bei knapp 109 Mrd. $ und rund 2,47 bis 2,49 $ Gewinn je Aktie. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 57 Mrd. $ wäre das fast eine Verdopplung.
Worauf wir achten: der Ausblick fürs Januar-Quartal, die Bruttomarge (Guidance zuletzt 74 %, Speicherpreise drücken) und ob die großen Cloud-Kunden weiter bestellen. Denn genau dort sitzt die Angst der Woche: Alphabet und Amazon stecken mehr Geld in Rechenzentren, als das Geschäft gerade einbringt. Wenn die Hyperscaler den Gürtel enger schnallen, trifft das Nvidia zuerst.
Unser Urteil: Abwarten. Wir kaufen hier nicht nach, weil die Position schon zu den größten gehört. Nachlegen erst unter 165 $. Falls du noch keine Position hast, kann jetzt schon eine erste Tranche Sinn ergeben. Ziel für zwölf Monate: 240 $, knapp unter dem alten Hoch. Was hinter den letzten Rekordzahlen steckt: Nvidia Quartalszahlen August.
Nvidia
- Kaufzone
- unter 165 $ 13 % über Kaufzone
- Ziel 12 Mon.
- 240 $
- Potenzial
- +29 %
- Dividende
- –
Wann wir nachkaufen
- Große Position: Abwarten
- Keine Position: Erste Tranche möglich
- Unter 165 $: Nachlegen
Alphabet: Ebenfalls im Depot, Nachkauf unter 260 $
Alphabet hatten wir in der Halloween-Ausgabe schon auf die Kaufliste gesetzt. Seitdem ist wenig besser geworden, und am Donnerstag ging es nochmals kräftig runter. Die Aktie schloss die Woche bei 284,78 $. Vom Allzeithoch bei gut 408 $ fehlen rund −30 %.
Zum ersten Mal seit fast vier Jahren hat Alphabet Umsatz- und Gewinnerwartung gleichzeitig verfehlt. Der Umsatz lag mit 127,6 Mrd. $ knapp unter den erwarteten 128,2 Mrd. $, der bereinigte Gewinn je Aktie mit 2,67 $ klar unter 3,02 $. Suche wuchs nur um +12 %.
Schwerer wog für viele der Cashflow: 51,4 Mrd. $ Investitionen in einem Quartal, freier Cashflow minus 9,1 Mrd. $, langfristige Schulden binnen eines Jahres von 21,6 auf 125,1 Mrd. $. Dazu kam ein einmaliger Buchverlust: rund 8,7 Mrd. $ unrealisierte Verluste auf Aktienbeteiligungen, vor allem SpaceX. Das ist kein ausgegebenes Geld, sondern eine Bewertungsanpassung. Operativ stieg der Gewinn sogar um +30 % auf 40,6 Mrd. $.
Und dann die Cloud: Google Cloud verdoppelte den Umsatz mit +103 % auf 30,7 Mrd. $, bei einer operativen Marge von 36,2 %. Das ist das Geschäft, weswegen wir überhaupt bullish sind.
Unser Urteil: Auch Alphabet ist bei uns schon im Depot. Nachlegen erst unter 260 $. Ziel: 340 $.
Alphabet
- Kaufzone
- unter 260 $ 10 % über Kaufzone
- Ziel 12 Mon.
- 340 $
- Potenzial
- +19 %
- Dividende
- –
Wann wir nachkaufen
- Position behalten: Nicht nachkaufen
- Unter 260 $: Nachlegen
CrowdStrike: Mitgerissen, nicht kaputt
CrowdStrike wurde vom Tech-Ausverkauf komplett mitgerissen, ohne eigene Negativschlagzeile. Die Aktie fiel am Donnerstag rund −10 % und schloss die Woche bei 216,90 $, gut −24 % unter dem Hoch bei 287 $. Cybersecurity-Werte wie Palo Alto und Zscaler gingen denselben Weg.
Das Geschäft selbst läuft weiter stark. Im zuletzt berichteten Quartal lag der neue wiederkehrende Umsatz (Net New ARR) bei rekordverdächtigen 333 Mio. $, plus +51 %. Der ARR insgesamt wächst mit rund +26 %. CrowdStrike will bis Geschäftsjahr 2030 auf 10 Mrd. $ ARR. Nächste Zahlen: voraussichtlich um den 1. Dezember.
Das Problem ist und bleibt der Preis. Auch nach dem Absturz kostet die Aktie grob das 150- bis 160-Fache des erwarteten Gewinns. Fünfjahres-Schnitt lag eher bei etwas über 110. Bei so einer Bewertung reicht „gutes Wachstum“ nicht. Es muss weiter beschleunigen, sonst gibt der Multiple nach, auch wenn die Zahlen stimmen.
Unser Urteil: Trotzdem Kaufkandidat. Die Nachfrage nach Cybersecurity wächst mit der KI, und der Ausverkauf war Markt, nicht Unternehmen. Unter 220 $ würden wir eine Position aufbauen, unter 190 $ nachlegen. Mehr zum Case: Sechs KI-Aktien.
CrowdStrike
- Kaufzone
- unter 220 $
- Ziel 12 Mon.
- 280 $
- Potenzial
- +29 %
- Dividende
- –
So kaufen wir
- Unter 220 $: Kaufen
- Unter 190 $: Nachlegen
Nike: Günstig wirkt nicht gleich günstig
Nike liegt bei 38,59 $ und hat in dieser Woche nochmals verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei rund 69 $ fehlen gut −44 %. Die Marke kennt jeder, deshalb heißt es schnell: Jetzt ist die Chance.
Wir sehen das anders. Fürs laufende Geschäftsjahr peilt Nike selbst einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich an. Beim Gewinn je Aktie liegen die eigenen Ziele bei 1,15 bis 1,35 $. Das Sparprogramm über 2,5 Mrd. $ läuft bis 2031 und entlastet vor allem spät. Die Reparatur braucht Zeit, und das sagt das Management auch so.
Selbst nach dem Absturz zahlst du grob das 20-Fache und mehr des erwarteten Gewinns, für ein Unternehmen, das schrumpft. China bleibt schwach, der Direktvertrieb auch. Für uns ist das eine Wette auf eine Wende, die in den Zahlen noch nicht steht. Unsere Prognose bleibt eher negativ.
Unser Urteil: Finger weg. Wir kaufen Nike nicht. Mehr dazu: Nike Aktie: Der Abstieg einer Ikone geht weiter.
Nike
- Kaufzone
- erst bei Rückkehr zum Wachstum
- Ziel 12 Mon.
- Keine Prognose
- Dividende
- –
Wann wir wieder hinschauen
- Umsatz wächst wieder: Neu bewerten
Unser Fazit
Von den vier Aktien kaufen wir derzeit genau eine: CrowdStrike. Nvidia und Alphabet behalten wir, nachgekauft wird erst in der Kaufzone. Nike lassen wir liegen.
| Aktie | Urteil | Kaufzone | In einem Satz |
|---|---|---|---|
| Nvidia | Halten | erste Tranche möglich, mehr unter 165 $ | Große Position: abwarten. Sonst Einstieg ok. |
| Alphabet | Halten | Nachlegen unter 260 $ | Cloud stark, Cashflow bleibt das Risiko. |
| CrowdStrike | Kaufen | unter 220 $ | Mitgerissen ohne News, ARR läuft weiter. |
| Nike | Finger weg | – | Schrumpft, und trotzdem kein Schnäppchen. |
Die wichtigsten Termine: Nvidia am 17. November, CrowdStrike um den 1. Dezember.
Persönliche Einordnung, keine Anlageberatung.
Wer in solchen Wochen den Sparplan nicht anfasst und trotzdem handlungsfähig bleiben will, findet im Ratgeber Schwankungen aushalten die nüchterne Fassung. Für den Notgroschen an der Seitenlinie: Notgroschen und Tagesgeld.
Das wars mit dem Newsletter. Wir wünschen euch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche!
Weitere Tools: Nachkauf-Rechner · ETF-Rechner · Fear & Greed Index
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